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Erb.gut? : kulturelles Erbe in Wissenschaft und Gesellschaft ; Referate der 25. Österreichischen Volkskundetagung vom 14. - 17.11.2007 in Innsbruck
Entstehung
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Kulturelle Materialität

ria Magdalena Langhans, die mitsamt ihrem Kind die Grabplatte zu sprengen scheint¹¹- bisheute kann man das eindrückliche Werk in der schlichten Dorfkirche von Hindelbank beiBern auf sich wirken lassen, insbesondere mit seiner fast bedrängenden Leiblichkeit( Abb. 7),deren Darstellung und Darstellbarkeit im Innsbrucker Mariahilfbild einen frühen Ausdruckgefunden hatte. Insofern wäre ein Jesus- Maria- Bild wie das Innsbrucker Gnadenbild dasGrund- Emblem einer jeden in die Tiefe gehenden Kulturwissenschaft.

Abb. 6: Gott ist Fleisch geworden: Maria mitdem Jesuskind( Mariahilf"). Hauptaltarbild( Ölauf Holz) von Lukas Cranach dem Älteren, 1517,im Innsbrucker Dom St. Jakob.

Karl Marx, der vor Friedrich Nietzsche und Sigmund Freud wohl bedeutendste Kultur-denker, hat diesen Zusammenhang schlicht, sinnlich- übersinnlich' genannt¹², das sollte hei-Ben: kein Übersinnliches ohne Sinnliches, und kein Sinnliches ohne Übersinnliches. Darausmüßten wir Gewinn ziehen. Bei all unseren gegenwärtigen Diskussionen um Kopftücher, umden Bau von Moscheen und um Kruzifixe an der Wand von Schulklassenzimmern wird zwarimmer an die symbolische Bedeutung erinnert; selten aber denkt man daran, daß es sich stetsauch um hab- hafte Dinge handelt: ein Kopftuch ist fürs erste schlicht ein textiles Ding undkein, Symbol', und auch ein Kruzifix ist zunächst einmal kein, Symbol', sondern ganz einfachein Kruzifix aus Holz oder Bronce oder was auch immer- jedenfalls ein hand- fester, ein leib-hafter Gegenstand.

2. Gestaltwandel der kulturellen Materie

Aber die kulturelle Materie- also die äußere Gestalt des kulturellen Sinnes- kann, wie be-kannt, geradezu abenteuerlichen Wandlungen unterliegen oder muß, wenn man so will, Än-

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Vgl. Martin Scharfe: Über die Religion. Glaube und Zweifel in der Volkskultur. Köln, Weimar, Wien 2004, S.12 Vgl. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. 1. Band( 1867). Berlin 1972, S. 85-98( im Kapitel,, Der Fetischcharakter der Ware und sein Geheimnis"). Hier S. 85 auch die bekannte Erörterung der ,, Mucken"und ,, Grillen" eines schlichten Holztisches.

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