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Viktor Geramb : 1884 - 1958 ; Leben und Werk
Entstehung
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Stoffindustrien mit dem gesunden Geist heimatlicher Trachten-

und Volkskunstpflege überströmen und damit beste bodenständi-ge Volksbildungsarbeit leisten. 156"

Dahinter steckt also auch Gerambs und seiner Frau Bemühen 157, gegenden ihnen verhassten Kitsch" anzukämpfen. So sollten

[ d] ie Hersteller, heimatlicher Volkskunst, welche, so wurde argu-mentiert ,, vielfach durch städtischen Kitsch, der ihnen jahrzehn-telang als Vorbild aufgedrängt wurde, auf falsche Wege' geleitetwurden[...], wieder auf den guten alten Weg zurückgeführt und, mit dem rechten Geist steirischer Heimatkunst' vertraut gemachtwerden. Das Museum versorgte sie deshalb mit Vorbildern undgab ihnen den Auftrag, diese, guten und sehr schönen alten Mu-ster' nachzubilden." 158

Hier geht Geramb nun den Weg in Richtung normative angewandte Volks-kunde. Die auf den ersten Blick altruistisch anmutende Förderung des bäu-erlichen Hausgewerbes hat für den damals bereits als Universitätsprofessorfür Deutsche Volkskunde" wirkenden Geramb das Ziel einer Geschmacks-bildung bei Produzent( inn) en wie Käufer( inne) n. Völlig selbstverständlichmaßt sich Geramb hier an, fachlich ,, die Echtheit und Gediegenheit" derErzeugnisse nach den Gesetzen der Volkskunst' und, strengstem Gewis-sen" begutachten zu können, entscheiden zu können, was ein richtige[ r]Dirndlstoff, ein richtiges Steirergewand, ein echte[ r] Steirerhut❝159 wäre unddeshalb verkaufswürdig und was als Missbrauch" abzulehnen wäre.Zum Zwecke der eindeutigen Bezeichnung der echten" Verkaufsobjektelässt sich Geramb vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung eingeschütztes Warenzeichen nach Entwurf von Hans Wagula( Steirischer"Panther mit Umschrift, Bleiplombe, weiß- grüne Fäden) verleihen, das dieseProdukte auszeichnen und schützen soll. Geramb möchte auch die steiri-sche Geschäftswelt in diese Intentionen einbinden und verfasst Aufrufe zurMitarbeit beim Absatz der bodenständigen Produkte, die, zuerst in Graz,guten Anklang finden. Die Werbungstätigkeit wird aber bald auf die steiri-schen Bezirke ausgeweitet. Langfristig möchte Geramb damit auch eine Artnachhaltigen, Qualitätstourismus beleben, ,, qualitativ bessere Fremde" 160in die Steiermark bringen.

Zum Teil können auch größere Textilbetriebe die Waren nach denKriterien des Heimatwerkes" herstellen, wie z. B. die Seidenwaren-fabrik A. Flemmich's Söhne" in Wien( Seidentücher und Stoffe) ihreErzeugnisse über das Heimatwerk absetzen. Vor allem werden im,, Heimatwerk" aber angeboten:

GERAMB LEBEN 29