die Lehrer( innen) auch in ihrer Dreifachfunktion als eine der nach der An-sicht der Vortragenden neben Ärzt( inn) en, Geistlichen und Beamt( inn) enwenigen Kulturträger( innen), Kulturwahrer( innen) und Kulturpräger( innen)im ländlichen Raum eingeschult werden. Um diese Aspekte kümmern sichin den Kursen z. B. Viktor Zack, der die Lehrer( innen) mit dem Volksliedvertraut macht, oder Walter Semetkowski 104, der sich als damaliger Lan-deskonservator dem Gebiet der Heimat- und Denkmalpflege widmet. Inspäteren Jahren bietet Semetkowski eine„ als unerläßlich erkannte ergän-zende Einführung in die Welt des städtisch- industriellen Menschen, des ge-werblichen und geistigen Mittelstandes und in die allgemeine Zeitlage" 105Das Kursprogramm soll durch diverse Exkursionen abgerundet werden.Andererseits widmet sich Steinberger der Idee von bäuerlichen Fort- und Wei-terbildungsschulen. Um einer von Steinberger und seinen Mitarbeiter( inne)n festgestellten geistigen wie vielfach materiellen Notlage des bäuerlichenBerufsstandes( in den späten 1910- er, frühen 1920er Jahren noch fast 50%der österreichischen Bevölkerung 107) abzuhelfen, soll der bäuerlichen Be-völkerung in sogenannten„ Fortbildungsschulen" die Möglichkeit zur Wei-terbildung jenseits des Pflichtschulabschlusses gegeben werden. Bewusstjenseits des Bildungsprogrammes bäuerlicher Fachschulen, deren Besuchsich damals nur wenige Vermögende leisten können, möchte Steinbergerv. a. der bäuerlichen Jugend ab dem 17. Lebensjahr 108 auf dem Fundamentder Freiwilligkeit des Besuches die Möglichkeit des Erwerbs nützlichenund nicht nur strikt fachlichen Wissens geben. Dezentral über das ganzeLand verteilt sollte dieser Unterricht in kleinen Gruppen und persönlicherAtmosphäre, konzentriert auf das arbeitsärmere Winterhalbjahr, ein- biszweimal wöchentlich, stattfinden. Dem damaligen Unterrichtszeitgeist ent-sprechend, werden die Lehrgänge streng nach zugedachten Geschlechter-aufgaben getrennt und sind mit starken Stereotypien versehen. Steinber-gers Konzept ist weiters von stark christlich- konservativen Werthaltungendurchdrungen.109 Insgesamt hat sich Steinberger von diesen Kursen einepositive Beeinflussung der bäuerlichen Schulausbildung wie auch indirektder bäuerlichen„ Volkskultur" versprochen.
6.2. DER„ VEREIN FÜR HEIMATSCHUTZ IN STEIERMARK"Geramb engagiert sich nicht nur in Steinbergers Bildungswerk, sondernebenso im am 2. Juni 1909 wiederum auf Initiative des k. k. StatthaltersManfred Clary und Aldringen, gegründeten„ Verein für Heimatschutz inSteiermark" 110. Geramb findet sich beispielsweise als einer der Unterzeich-ner einer Denkschrift„ An das Präsidium des deutsch Österreichischen
-
Staatsrates, WIEN I." 111 vom 1. Dezember 1918. In dieser weisen dieUnterzeichneten, an erster Stelle der Vizepräsident des Vereines, FranzDrobny, neben Geramb, Walter Semetkowski und Josef Steinberger auf
GERAMB LEBEN 23