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Viktor Geramb : 1884 - 1958 ; Leben und Werk
Entstehung
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VORWORT

Es ist ein symbolträchtiger Zufall, dass die steirische Volkskunde innerhalb ei-ner recht kurzen Zeitspanne zweimal Anlass hat, an herausragende Gelehrtezu erinnern, die überdies eng miteinander verbunden waren: 2006 gedachtenicht nur die offizielle Steiermark Hanns Korens, sondern auch verschiedeneVertreter seines Faches nutzten seinen 100. Geburtstag, um wieder einmal aufdas aufmerksam zu machen, was er für die Volkskunde geleistet und welcheihrer Wege er zumindest vorgezeichnet hat.

Am 8. Jänner 2008 jährt sich nun der Todestag Viktor Gerambs zum 50. Mal.Der Volkskunde bietet sich somit ein weiterer Anlass, an einen bedeutendensteirischen Wissenschaftler zu erinnern, der noch dazu als Lehrer und späterals väterlicher Freund Korens diesem deutlich den Weg zur praktischen Um-setzung volkskundlicher Erkenntnisse in die Kulturpolitik gewiesen hat. Und essei hier wiederholt, was ich 2006 und nochmals 2007 an anderen Stellen for-muliert habe: Ohne die auf praktische Umsetzung ausgerichtete wissenschaft-liche Sozialisation durch Viktor Geramb wäre der Kulturpolitiker Hanns Korenkaum denkbar.

Als ich 1981 die Einladung Klaus Beitls erhielt, mich mit einem Vortrag überdie Geschichte des Instituts für Volkskunde der Universität Graz an einem in-stitutionengeschichtlich ausgerichteten Symposion in Würzburg( 1982) zu be-teiligen, ahnte ich noch nicht, dass dies der Beginn einer jahrzehntelangenBeschäftigung mit dem Gründer der steirischen Volkskunde" schlechthin wer-den sollte. Die ersten Besuche im Hause Geramb in Gedersberg südlich vonGraz öffneten mir rasch und unkompliziert den Zugang zum Stöck! und somitzum Familienarchiv. Ich hatte schon zu Lebzeiten von Gerambs Tochter Friedl( 1910–2006) und seines Schwiegersohnes Wilhelm Herzog( 1906- 1994) dieGelegenheit, mich öffentlich für diesen freien Zugang zu bedanken. Ein Dank,den ich an dieser Stelle wiederholen möchte. Es passiert wohl eher selten,dass sich die Tore eines Familienarchivs so uneingeschränkt öffnen, wie dieshier der Fall war. Mit einer einzigen Ausnahme( siehe unten) waren vor derVeröffentlichung der verschiedensten Dokumente keine Rückfragen erforder-lich. Ich konnte frei entscheiden, was mir wichtig war und was nicht. Über die

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