2007, Heft 2-3 Zur Einleitung: Kulturanalyse, Psychoanalyse, Sozialforschung 119
Begegnungen von Forschenden und Erforschten angewiesen. DieseEinsicht hat in der zur Empirischen Kulturwissenschaft reformiertenVolkskunde vor allem Utz Jeggle eingebracht und in der Lehre mitden Studierenden eingeübt zum Symposion konnte er aufgrundseiner Krankheit leider nicht beitragen. 13 Aus einer Initiative vonKatharina Eisch und ihm ging eine ethnopsychoanalytisch orientierteSupervisionsgruppe hervor, die 1998 am Tübinger Ludwig- Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft mit professioneller Lei-tung begann, und an der sowohl Studierende als auch Lehrendeteilnahmen und teilnehmen.14 Der Beitrag von Katharina Eisch- An-gus demonstriert das Potenzial der ethnopsychoanalytischen Reflexi-on der ethnographischen Begegnung. Am Grazer Institut für Volks-kunde und Kulturanthropologie gibt es seit einigen Semestern eben-falls, gefördert und getragen von Elisabeth Katschnig- Fasch,
13 U.a.: Jeggle, Utz: Geheimnisse der Feldforschung. In: Nixdorff, Heide, ThomasHausschild( Hg.): Europäische Ethnologie. Theorie- und Methodendiskussionaus ethnologischer und volkskundlicher Sicht. Berlin 1983, S. 187-204; ders.( Hg.): Feldforschung. Qualitative Methoden in der Kulturanalyse( Untersuchun-gen des Ludwig- Uhland- Instituts der Universität Tübingen, Bd. 62). Tübingen1984; ders.: Das Initial. In: Tübinger Korrespondenzblatt Nr. 38( 1991), S:33-36. Ein Band einiger Schülerinnen und Schüler ist: Eisch, Katharina, MarionHamm( Hg.): Die Poesie des Feldes. Beiträge zur ethnographischen Kulturana-lyse( Untersuchungen des Ludwig- Uhland- Instituts der Universität Tübingen,Bd. 93). Tübingen 2001. Zu nennen als Exempel für ein Verständnis derForschungsbeziehung als Datenmaterial auf der Grundlage einer Feldforschungsind vor allem Eisch, Katharina: Grenze. Eine Ethnographie des bayerisch- böh-mischen Grenzraums( Bayerische Schriften zur Volkskunde, Bd. 5). München1996; Becker, Franziska: Ankommen in Deutschland. Einwanderungspolitik alsbiographische Erfahrung im Migrationsprozeß russischer Juden. Berlin 2001;sowie die methodischen Forderungen einer Reflexion der Forschungsbeziehungvon: Lindner, Rolf: Die Angst des Forschers vor dem Feld. Überlegungen zurteilnehmenden Beobachtung als Interaktionsprozeß. In: Zeitschrift für Volkskun-de 77( 1981), S. 51-66; Warneken, Bernd Jürgen, Andreas Wittel: Die neue Angstvor dem Feld. Ethnographisches research up am Beispiel der Unternehmensfor-schung. In: Zeitschrift für Volkskunde 93( 1997), S. 1–16; Schönberger, Klaus:Von der Entgrenzung der Arbeit zur Entgrenzung der Methoden ihrer Erfor-schung: Forschungsdesigns und Erhebungstechniken. In: Boes, Andreas, SabinePfeiffer: Informationsarbeit neu verstehen. Methoden zur Erfassung informati-sierter Arbeit. München 2005( ISF München- Forschungsberichte), S. 18–44.14 Jeggle, Utz: Neu am LUI: Supervision. In: Tübinger Korrespondenzblatt, 50( 1999), S. 45f.; Wittel- Fischer, Barbara: ,, Das Unbewußte ist unbestechlich".Supervision in der Tübinger Empirischen Kulturwissenschaft. In: Eisch/ Hamm:Die Poesie des Feldes( wie Anm. 13), S. 140–160.