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Der Weg als Ziel : ausgewählte Schriften zur Volkskunde (1975 - 2005) ; Festgabe zum fünfundsechzigsten Geburtstag
Entstehung
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Christlicher Kosmos

> 2002

Das Österreichische Museum für Volkskunde besitzt eine umfangreiche Samm-lung zur Volksfrömmigkeit. 1966 konnte ein wesentlicher Teil davon in Räumen desehemaligen Ursulinenklosters in der Johannesgasse im Ersten Wiener Bezirk der Öf-fentlichkeit zugänglich gemacht werden. Rund um die im Zentrum stehende und insitu belassene alte Klosterapotheke wurde von Leopold Schmidt in Zusammenarbeitmit Klaus Beitl eine separate Museumsabteilung zur religiösen Volkskunde einge-richtet, die sich in drei Abschnitte gliedert: Christusverehrung, Marienverehrung undHeiligenverehrung. Den Mittelpunkt dieser permanenten Ausstellung bildet das Bild Christus als Apotheker". Es zeigt Christus als den Heilbringer der Kranken, der diewahre Medizin für die Menschen bereithält.( Siehe dazu den Katalog: Schmidt, 1967)

Dieses Bild mit seiner allgemein verständlichen Botschaft verbleibt während derLaufzeit der Ausstellung Hilf Himmel" zusammen mit den anderen Objekten in derMuseumsaußenstelle in der Johannesgasse und kann dort besichtigt werden( jedenMittwoch von 10.00 bis 17.00 Uhr). Dank der reichhaltigen Reserven verfügt das Ös-terreichische Museum für Volkskunde nämlich über eine genügend große Anzahl anAuswahlobjekten, um diese Sonderausstellung ausschließlich mit eigenen Objekten zubestreiten, ohne auf die Schaustücke in der Klosterapotheke zurückgreifen zu müssen.Es sei allerdings nicht verschwiegen, daß die Beschränkung auf die eigene Sammlungeine gewisse Einschränkung und Zufälligkeit mit sich bringt. Außerdem gilt es zu be-rücksichtigen, daß die oft lange zurückliegende Erwerbung der Objekte nicht unter denGesichtspunkten der gegenwärtigen Ausstellungsthematik erfolgte. Gerade dieser Um-stand macht es überaus reizvoll, die Objekte nun in einem neuen Kontext zu zeigen.

Das Bildwerk als ikonographische Quelle

Das Bild spielt in der katholischen Glaubenswelt gegenüber der evangelischen, inder das Wort und die Schrift dominieren, eine wichtige Rolle.( Kriss- Rettenbeck, 7-16)Das Bild vermag die Inhalte sinnenhafter, einprägsamer und dauerhafter zu vermit-teln. Die katholische Kirche verstand es daher seit ihren Anfängen, das visuelle Me-dium als Mittel der Katechese zu nutzen. So forderte jener Papst Gregor II.( 715-731),der Bonifatius, dem Apostel Deutschlands", seinen Sendungsauftrag erteilte, manmöge das Evangelium, per literas et pictura" verkünden. Das Bild dient aber nicht nurzur Belehrung, sondern auch zur Andacht und Erbauung. Ein und dasselbe Bild oder

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