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Der Weg als Ziel : ausgewählte Schriften zur Volkskunde (1975 - 2005) ; Festgabe zum fünfundsechzigsten Geburtstag
Entstehung
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ARCHITEKTUR, BAUEN. WOHNEN

gleichermaßen wie seine kulturelle Einheit mit dem ostbayerischen Stammland, diedurch die Grenzziehung im Jahr 1779 nicht ausgelöscht wurde. Man kann die Münzeim übertragenen Sinn aber auch als einen Orden für die 200- jährige Erforschung desBauernhauses ansehen, das wohl dadurch erst seine Symbolkraft erlangte.

Die Wirkung des Ethnographischen Dorfes bei der Wiener Weltausstellung fürdie Beachtung das ländlichen Wohnwesens ist längst erkannt. Ihr folgte eine intensiveBestandsaufnahme des Bauernhauses in weiten Teilen Mitteleuropas und ließ beacht-liche Mappenwerke entstehen. Für Das Bauernhaus in Österreich- Ungarn verfaßtenMichael Haberlandt und Anton Dachler einen umfangreichen Kommentar, der dieeinzelnen Pläne in einen größeren Zusammenhang stellt. In den Arbeiten von EduardKriechbaum 10, Rudolf Heckl" und Franz Lipp¹² über das oberösterreichische Bauern-haus erscheint der Innviertler Vierseithof stets als eigenständige Hofform. Die Kennt-nis über den Umfang der westlichen Ausbreitung des Vierseithofes in Niederbayernverdanken wir insbesonders den Forschungen von Torsten Gebhard¹³, nachdem ArthurHaberlandt in einer ersten europäischen Hofformenkarte den Vierseithof in großenZügen kartographisch fixiert hatte. 14

Auf österreichischer Seite wurde der Grenzverlauf nach Auswertung der Katas-terpläne- von Adalbert Klaar zuletzt im Österreichischen Volkskundeatlas sichtbargemacht.15

Von der Volkskunde ermuntert, lagen diese Arbeiten zunächst vorwiegend in denHänden der Ingenieure und Architekten. Sehr früh begannen die Höfe aber auch dieAufmerksamkeit der Künstler und Heimatpfleger zu erregen. Wichtige Teile der Gebäu-de tragen bzw. trugen färbige Verzierungen und lockten zur Wiedergabe. So begannder in Osternberg bei Braunau lebende Maler Hugo von Preen( 1854-1941) schon 1884die verschiedenen Motive an den Balkenköpfen der Blockbauten, an den Windbretternund-laden, am Schrot( Balkon) und an den Staubläden( Dachvorsprung), an Fenster-

8 Das Bauernhaus im Deutschen Reiche und in seinen Grenzgebieten. Hg. vom Verbande Deutscher Archi-tekten- und Ingenieur- Vereine. Dresden 1905( Mappe und Textband), Neuauflage Hannover 1974/75; DasBauernhaus in der Schweiz. Hg. vom Schweizer Ingenieur- und Architekten- Verein. Zürich 1903( Mappe undBegleitheft), Neuauflage Hannover- 1974/75; Das Bauernhaus in Österreich- Ungarn und in seinen Grenzge-bieten. Hg. vom österr. Ingenieur- und Architekten- Verein. Dresden 1906. Neuauflage Hannover 1974/75.9 Das Bauernhaus in Österreich- Ungarn und in seinen Grenzgebieten. Hg. vom österr. Ingenieur- und Archi-tekten- Verein. Dresden 1906. Textband erstellt von Michael Haberlandt und Anton Dachler.

10 Kriechbaum, Eduard: Das Bauernhaus in Oberösterreich. Forschungen zur deutschen Landes- und Volkskunde.Band XXIX, H.3, Stuttgart 1933.

11 Heckl, Rudolf: Oberösterreichische Baufibel. Salzburg 1949; Ders.: Die Landschaften Oberösterreichs im Spie-gel des Bauernhauses. In: Mitt. d. Geogr. Gesellschaft Wien, Bd. 91, S. 21ff. Wien 1949.

12 Lipp, Franz: Oberösterreichische Stuben. Bäuerliche und bürgerliche Innenräume, Möbel und Hausgerät. Linz1966.

13 Gebhard, Torsten: Wegweiser zur Bauernhausforschung in Bayern. München 1957; Ders.: Der Bauernhof inBayern. München 1975, 1.Aufl..

14 Haberlandt, Arthur: Die Bauernhausformen im deutschen Volksgebiete. In: Wiener Zeitschr.f.Volkskunde,31. Jg., Wien 1926.

15 Historische Gehöfteformen. Österr. Volkskundeatlas, 6.Lfg., 1977, B1.96. Entwurf und Bearbeitung: I. Kretsch-mer u. E. Tomasi. Arbeitsunterlagen: A. Klaar. Dazu Elisabeth Tomasi: Ländliche Siedlung- Bibliographie,Kommentar zu Bll. 92-98.

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