SACHEN, ARTEFAKTE, MUSEUMSDINGE
Die Erinnerungsgaben der RAVAG- Volksliedersingen
Zusammen mit den Musikinstrumenten erwarb das Österreichische Museum fürVolkskunde aus dem Nachlaß von Georg Kotek auch eine Reihe von verschiedenenGegenständen, denen gemeinsam ist, daß sie die gleiche Aufschrift tragen:„ Volkslie-dersingen der Ravag“. Dazu die Nummerierung, den Veranstaltungsort und das Datum,das in einen Zeitraum von 1934 bis 1937 fällt.
Zunächst realisiert man die formale Gestalt dieser 8 Objekte: 3 Keramikkrüge,1 Keramikschüssel, 1 Kerzenleuchter aus Eisen, 1 Holzkästchen, 1 besticktes Tücherlund 1 Taschenfeitl. Ihr Erhaltungszustand deutet jedoch darauf hin, daß die Gegen-stände nie in Gebrauch waren. Es handelt sich demnach um Erinnerungsgegenstände,um Andenken. Die Aufschrift liefert dazu den entsprechenden Hinweis: die Gegen-stände wurden anläßlich von Volksliedersingen hergestellt, die die Ravag, die Radio-verkehrs AG, veranstaltete. Für weitere Informationen reichen die Objekte nicht aus.Will man Näheres über die Volksliedersingen erfahren, muß man zusätzliche Quellenerschließen.
Man überlegt, daß es ja noch Teilnehmer geben muß, die darüber berichten kön-nen, weiters denkt man an die Existenz von schriftlichen Aufzeichnungen. Die Biblio-graphie von Georg Kotek liefert auch gleich erste Anhaltspunkte. Zusammen mit dem,, legendären" Rundfunkreporter Andreas Reischek besorgte Georg Kotek die Vorberei-tung und Durchführung der Volksliedersingen, worüber er mehrfach berichtete( sieheSchriftenverzeichnis).
Seine Beziehungen zum Rundfunk reichen jedoch in die Gründungstage der Ra-vag zurück. Im Oktober 1924 wurde G. Kotek in seiner Funktion als Vorstand desDeutschen Volksgesang Vereines in Wien vom damaligen Musikdirektor Max Asteingeladen, im Rundfunk regelmäßig Volksliedersendungen zu gestalten. Obwohl einGroßteil der Sängerschaft der mechanischen Musik große Abneigung entgegenbrachteund dem Rundfunk keine Überlebenschancen einräumte, entschloß sich Kotek, dieseGelegenheit zu nutzen, um dem Volkslied Geltung zu verschaffen. Unter der Leitungvon Karl Sotolar und Karl Liebleitner wurde ein kleiner Chor gebildet, der zusammenmit der Liesinger Musik die Sendungen gestaltete, wobei Chorgesang, drei- und vier-stimmige Lieder und Jodler mit Musikeinlagen abwechselten. Zunächst fanden dieÜbertragungen kaum Beachtung, doch nach kurzer Zeit waren sie aus dem Rundfunk-
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