Holzhackerschilder aus dem Wienerwald
Zur Waldarbeit benützt der Bergbauer die gleiche Grundausstattung an Werk-zeug wie der Holzknecht. Die Gerätesammlung von Franz Maresch in der Loich,' Bez.St. Pölten, das von Hiltraud Ast geleitete Waldbauernmuseum( Holzmuseum) in derAlten Hofmühle zu Gutenstein, Bez. Wr. Neustadt, 2 und das von Hans H. Hottenrothin Trübenbach, Bez. Scheibbs, aufgebaute Holzknechtmuseum³ führen dies anschau-lich vor Augen. Ähnliche Spezialeinrichtungen wie die Holzknechtstube in Bad Goi-sern, Bez. Gmunden, das Forsttechnische Museum in Wildalpen oder die Abteilung„ Wald und Holz" im Landschaftsmuseum Trautenfels, Bez. Liezen, zeigen, daß die-se Feststellung nicht nur auf das niederösterreichische Bergland beschränkt bleibt.Die Waldwirtschaft erfordert und erzeugt gleiche Arbeits- und Lebensformen. Dieseweitgehende Normierung hatte, wie Leopold Schmidt in seinem Kapitel zur Holz-knechtarbeit im ersten Band der„ Volkskunde von Niederösterreich" bemerkt, nichtzuletzt auch Wald- und Holzordnungen zur Ursache, die ab dem 16. Jahrhundert mitdetaillierten Vorschriften wirksam werden. Die im klösterlichen, herrschaftlichenoder aerarischen Sold stehenden Waldarbeiter bildeten dabei stets eine eigene sozi-ale Gruppe, die oft unter härtesten Arbeitsbedingungen um ihre Existenz kämpfenmuẞte. In diesen Männergemeinschaften steckte ein unruhiger Geist, der leicht inUnzufriedenheit und Unmut gegen die geistliche und weltliche Obrigkeit umschlagenkonnte. Um solche Entwicklungen besser kanalisieren zu können, versuchte man, dieHolzknechte in zunftähnlichen und bruderschaftlichen Organisationen zu vereinen.1 Maresch, Franz: Das bäuerliche Handwerk.( Nach Beobachtungen in der Loich, Niederösterreich). In: Österr.Zschr. f. Vkde., N.S. XXII/ 71, Wien 1968, S. 141-154, 11 Abb.; Maresch, Franz und Gerhard: Hausrat undGeräte im Oberen Pielachtal vor 150 Jahren. In: Österr. Zschr. f. Vkde., N.S. XVIII/ 67, Wien 1964, S. 272-282,10 Abb.; Vgl. dazu die vielen Arbeiten in den„ Beiträgen zur Sachvolkskunde", 2 Jg., Waidhofen 1972/73( je 4 Hefte) und das„ Mitteilungsblatt des Arbeitskreises der Betreuer volkskundlicher Sammlungen im NÖ.Bildungs- und Heimatwerk", Wien ab 1974.
2 Ast, Hiltraud: Führer durch das Waldbauernmuseum in der Alten Hofmühle zu Gutenstein. Gutenstein 1973,1978; Tiefenbacher, Sepp: Leben und Arbeit im Wald. Gutenstein in Gedichten und Bildern. Bearbeitung:Hiltraud Ast(= NÖ Volkskunde, Bd. 11). Wien 1978.
3 Hottenroth, Hans H.: Die Geräte zum Schlag- Brennen im Holzknecht- Museum Trübenbach. In: Beiträge zurSachvolkskunde 1. Jg., Waidhofen 1972, H. 4, S. 1-2, Abb.; Ders.: Die Schneereifen im HolzknechtmuseumTrübenbach. In: Beiträge zur Sachvolkskunde, 2. Jg. Waidhofen 1973, H. 1, S. 3.
4 Grabner, Adolf: Riesen, Flöße, Klausen. Die Entwicklung der Forstwirtschaft in Österreich. Forstmuseum Wild-alpen. In: Zschr. Landjugend. Wien 1976, Nr. 5, S. 14-15.
5 Haiding, Karl: Wald und Holz. Führer durch die vierte Sonderausstellung des Heimatmuseums Trautenfels.Trautenfels 1958; Ders.: Wald und Holz.( Einlegeblatt für die Ringmappe des Steierm. Landesmuseums Joan-neum, Graz, Landschaftsmuseum Schloß Trautenfels 13/ 7.1.1., Graz 1973).
6 Schmidt, Leopold: Volkskunde von Niederösterreich. 1. Bd., Horn 1966, S. 247-254.
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