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Der Weg als Ziel : ausgewählte Schriften zur Volkskunde (1975 - 2005) ; Festgabe zum fünfundsechzigsten Geburtstag
Entstehung
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VOLKSKUNST, POPULÄRE ÄSTHETIK

Anzahl der ausgestellten Objekte aus Oberösterreich stammte. Michael Haberlandt be-richtet, daß er und der Vereinskassier Fr. X. Größl bereits Gelegenheit gehabt hätten,aus Oberösterreich selbst aufzusammeln bzw. Sammlungen zu erwerben. Mit lebhafterBefriedigung gedenkt er der edelmütigen Schenkung einer bedeutenden Sammlungvolkskundlicher Gegenstände durch Adolf Nunwarz aus Urfahr, wodurch es möglichwar, zwei oberösterreichische Bauernstuben in ihrer typischen Ausstattung in der Aus-stellung zu zeigen. Der erste Jahrgang der Zeitschrift für österreichische Volkskunde"enthält sogar davon Abbildungen. Außerdem verdankt das Museum dem Genann-ten eine Kollektion oberösterreichischen Silberfiligran- Schmucks. Unter den Leih-gebern scheinen der Begründer des Ennser Musealvereines Vincenz Fürstenberg, dereine größere Sammlung volkstümlicher Gegenstände aus der Umgebung von Ennszur Verfügung stellte, und die Familie A. Pachinger aus Linz auf, die eine Sammlungvon oberösterreichischen Costümestücken" beisteuerte. Der bekannte und eigenwil-lige Privatsammler Anton M. Pachinger hatte dem Museum ja bereits eine beachtlicheAnzahl von Objekten gespendet. Unter der Nummer 34 begegnet uns sein Name miteinem Fächer aus Ebensee im Inventarbuch zum ersten Mal, dann folgt ab Num-mer 53 bis 322 eine geschlossene Serie, die sich als ein buntes Sammelsurium liest:Neben Linzer Goldhauben findet man da so unterschiedliche Dinge, wie ein Busen-tuch, Pfeifen, eine Spindeluhr, Hornkämme, ein Empirekleid, einen Küchenhammer,Steigeisen, Godenbüchsen, Öllämpchen, Raufeisen aus dem Innviertel, eine Bauern-jacke, ein Hinterglasbild, mehrmals Leiblknöpfe, Czako, Armbinde und Oberschwungder Nationalgarde von 1848, 4 Stück Bergschuhnägel, Scheanken aus den.Alpenländern", Haubenspanner, Backmodel, bemalte Ostereier, Bauchranzen, eineLupe, Taschenfeitl, ein Konvolut Beichtzettel, einen Sonnenschirm, ein Kartenspiel,einen Strohhut, usw. Bis auf wenige Ausnahmen stammten die ersten 600 Objekte, diebei der Ausstellung als Museumseigentum gezeigt wurden, aus Oberösterreich, min-destens die Hälfte davon kam von Anton M. Pachinger. Es wundert daher nicht, auchden Namen eines weiteren großen Sammlers aus dem Lande ob der Enns mehrfachim Inventarbuch zu finden: Hugo von Preen. Durch die Bekanntschaft mit dem Haus-forscher Gustav Bancalari, der dem Verein in der ersten Stunde als Ausschußmitgliedangehörte, besonders aber mit Marie Eysn, die dem Museum viele Objekte aus Salz-burg überbrachte, und mit dem jungen Rudolf Kriss mag er zu den Proponenten des imAufbau befindlichen Museums gestoßen sein. Er fühlte sich seinen eigenen Angabennach sogar als ein Mitbegründer des Österreichischen Museums für Volkskunde inWien und bezeichnete sich dem späteren Direktor dieses Instituts, Michael Haberlandt,gegenüber als ältesten Volkskundler, weil er schon um 1880 über das Beleuchtungs-wesen des oberen Innviertels referiert hatte.( Vgl. Josef Reitinger, Hugo von Preen.Katalog, Braunau 1979.) In seiner Heimatstadt Braunau hatte man damals noch keinVerständnis für seine beachtliche Sammlung an bäuerlichem Hausrat und an Werkender Volkskunst, und so wanderte das Gerümpel ins Deutsche Volkskundemuseumnach Berlin. Einiges dürfte dabei auch für Wien abgefallen sein, so unter anderemeine der merkwürdigen Tonkopfurnen. Durch seine künstlerischen Dokumentationen

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