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Der Weg als Ziel : ausgewählte Schriften zur Volkskunde (1975 - 2005) ; Festgabe zum fünfundsechzigsten Geburtstag
Entstehung
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ERFORSCHUNG UND BEWERTUNG VON VOLKSKUNST IN ÖSTERREICH

den Erzeugnissen der Heimindustrie und den volkskundlichen Arbeiten in der Steier-mark schon lange zuvor seine Aufmerksamkeit gewidmet und den Grundstock seinerSammlung gelegt hatte, ehe in Wien der Verein und das Museum für Volkskundegegründet wurden.45

Während also Karl Lacher das Kunstgewerbemuseum mit seinen ethnogra-phischen Sammlungen" vor allem als kulturhistorische Bildungsstätte sah, wandeltesich das unter Viktor von Geramb( 1884-1958) im Anschluß an die 100- Jahrfeierdes Joanneums 1913 als eigene Abteilung gegründete Volkskundemuseum zu einemideologischen Instrument zur Abwehr volksfremder Einflüsse.46 In der Reihe der Lan-desmuseen lassen sich in Linz und Salzburg ähnliche Parallelen feststellen. Auchhier fand die Volkskunst" zunächst in die kunstgewerblichen Abteilungen Eingang.Auch hier wurden erst Jahrzehnte später eigene Volkskunde- Abteilungen errichtet.48Inzwischen war in Wien aber durch Michael Haberlandt( 1860-1940) und WilhelmHein( 1861-1903) mit dem Zentralmuseum für Volkskunde die Basis für die Volks-kunstforschung geschaffen worden.49

Forschungsansätze

Alois Riegl wird mit seiner Arbeit Volkskunst. Hausfleiß und Hausindustrie",die, wie Leopold Schmidt meint, das kunstwissenschaftliche Echo auf die von Wil-helm Exner 1890 veranstaltete Hausindustrie- Ausstellung darstellt, 50 zum Begründerder Volkskunstforschung. Es ist das ein erster Versuch, die Volkskunst theoretischzu untermauern. Alois Riegl( 1858-1905), in Zablatow in Galizien geboren, mußtezunächst vier Semester Jus studieren, ehe er sich der Geschichtsforschung und inweiterer Folge der Kunstwissenschaft zuwenden konnte. Von 1887 bis 1898 arbeiteteer als Kustos der Textilabteilung am Museum für Kunst und Industrie. Hier sah er sich

45 Ders.: Die Hausindustrie und Volkskunst in Steiermark. In: Z. d. histor. Vereins f. Steiermark 4( 1906), H. 1/2;zugleich in: Ders.( wie Anm. 42), S. 91-101.

46 Geramb, Viktor: Das neue steirische Volkskunde- Museum. Eine übersichtliche Würdigung und ein Rundgang.Graz 1916.

47 FS zum hundertjährigen Bestand des oberösterreichischen Musealvereines und des Landesmuseums(= Jb. d.. Musealvereines 85, 1933). U.a. mit Beiträgen von Zibermayer, Ignaz: Die Gründung des. Musealver-eines im Bilde der Geschichte des landeskundlichen Sammelwesens, S. 69-180; Ubell, Hermann: Geschichteder kunst- und kulturhistorischen Sammlungen des. Landesmuseums, S. 181-344; Depiny, Adalbert: Das. Landesmuseum und die Volkskunde, S. 507-540; Siehe auch Heinzl, Brigitte: Die Gmundner Keramik inder kunsthistorischen Abteilung des Oberösterreichischen Landesmuseums. In: Jb. d.. Musealvereins 135( 1990), 1, S. 109-133.

48 In Linz 1939, in Salzburg 1924.

49 Schmidt( wie Anm. 33); Beitl, Klaus: 90 Jahre Österreichisches Museum für Volkskunde. Zentralmuseum undMuseumsdezentralisation. In: Österr. Z. f. Vk. XXXIX/ 88( 1985), S. 227-249; Steinmann, Ulrich: Die Volks-kundemuseen in Wien und Berlin. Gegenseitige Einflüsse und Beziehungen von ihrer Gründung bis 1945. In:Österr. Z. f. Vk. XVII/ 66( 1963) S. 1-16.

50 Exner, Wilhelm( Hg.): Die Hausindustrie Österreichs. Ein Commentar zur hausindustriellen Abteilung auf derAllgemeinen Land- und forstwirtschaftlichen Ausstellung. Wien 1890.

51 Riegl, Alois: Volkskunst. Hausfleiß und Hausindustrie. Berlin 1894.

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