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Der Weg als Ziel : ausgewählte Schriften zur Volkskunde (1975 - 2005) ; Festgabe zum fünfundsechzigsten Geburtstag
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Karl Freiherr von Czoernig( 1804-1889)Ein Wegbereiter der Ethnographie in Österreich

> 1999

Die Veranschaulichung kultureller Phänomene in ihrer regionalen Verbreitungzählt für Klaus Beitl zum bevorzugten Rüstzeug volkskundlicher Methodik. Hier zeigtsich zweifelsohne das Erbe seines Vaters Richard Beitl, der zu den prominenten Mitar-beitern des Atlas der deutschen Volkskunde( ADV) gehörte. Mit der Veröffentlichungder Erinnerungen an den Atlas der deutschen Volkskunde aus dem Nachlaßarchivvon Richard Beitl( 1900-1982)" zusammen mit jenen von Reinhold Knopf setzte KlausBeitl nicht nur seinem Vater ein bleibendes Denkmal, sondern er leistete damit aucheinen wichtigen Beitrag zur Forschungsgeschichte der europäischen Altasunterneh-mungen¹.

Kartographie im Dienste der Statistik

Eingedenk dieser Vorliebe des Jubilars mag es daher angebracht sein, an einender Begründer der ethnographischen Kartographie, an Karl Freiherrn von Czoernigzu erinnern, der nach einer vierzehnjährigen Vorbereitungs- und Ausarbeitungszeit1855 seine Ethnographische Karte der oesterreichischen Monarchie" in vier Blättern( 1: 864.000) und im Jahr darauf in einer handlichen Einblattkarte( 1: 1,584 Mio.) her-ausbrachte. Dazu veröffentlichte er ein dreibändiges Kommentarwerk mit dem Titel die Ethnographie der oesterreichischen Monarchie" 2. Er setzt damit nicht nur einen Mei-lenstein in der thematischen Kartographie³, sondern avanciert laut Leopold Schmidtauch zu einem der bedeutendsten Grundleger der österreichischen Volkskunde+.

1 Beitl, Klaus( Hg.): Atlas der deutschen Volkskunde. Kleine Geschichte eines großen Forschungsunternehmens.Aus den Erinnerungen eines Westpreußen( 1968) von Reinhold Knopf und aus dem Nachlaßarchiv vonRichard Beitl(= Veröffentlichungen zur Volkskunde und Kulturgeschichte, 41). Würzburg 1990.

2 Czoernig, Karl Freiherr von: Ethnographie der oesterreichischen Monarchie mit einer ethnographischen Kartein vier Blaettern. Hg. durch die kaiserlich- koenigliche Direction der Administrativen Statistik. Wien 1857,3 Bände.

3 Lexikon zur Geschichte der Kartographie, bearb. v. Ingrid Kretschmer u.a., Wien 1996, 2 Bde.; s. Art.Österreichische Monarchie von J. Dörflinger, R. Messner, F. Warwik, S. 569-574, und Art. Sprachenkarte vonJ. Dörflinger, S. 763-765.

4 Schmidt, Leopold: Geschichte der österreichischen Volkskunde(= Buchreihe der Österr. Zeitschrift f. Volks-kunde, N.S. Bd. II). Wien 1951, S. 102/103.

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