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Der Weg als Ziel : ausgewählte Schriften zur Volkskunde (1975 - 2005) ; Festgabe zum fünfundsechzigsten Geburtstag
Entstehung
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GESCHICHTE, METHODEN, MUSEUM

einleuchtend.( Diese Aussage erscheint doch wohl übertrieben, eig. Anm.) Denn beivolkskundlichen Sammlungen kommt es in erster Linie auf das Woher, den Zweckund den Zusammenhang der Gegenstände mit dem Volke, dessen Schaffen charakte-risiert werden soll, an. Besonders für die wissenschaftliche Bearbeitung der steirischenVolkskunst ist es daher sehr wichtig, daß das Material für die kulturgeschichtlicheDarstellung unseres Museums fast ausschließlich von mir an seinem ursprünglichenBestimmungsorte erforscht worden ist. Es sind daher unsere Sammlungen wohl geeig-net, als vollgültige Belege für das häusliche Leben und Schaffen der Steiermärker zudienen. Aber auch nur bei dieser gewissenhaften Aufsammlung war es möglich, dieseunsere ethnographische Sammlung im neuen Culturhistorischen und Kunstgewerbe-Museum in wirklich lehrhafter Gruppierung den altsteirischen Originalwohnräumenentsprechend anzugliedern und zu einem echten Geschichtsbilde unseres Landes aus-zugestalten."( Lacher 1906)

In diesem Zusammenhang weist er nicht ohne Genugtuung- darauf hin, daßer den Grundstock seiner Sammlung bereits längst gelegt hatte, als in Wien MichaelHaberlandt und Wilhelm Hein 1895 mit den Sammlungen für ein Museum für ös-terreichische Volkskunde begannen. Karl Lacher wurde daher von den beiden in denAusschußrat des Volkskundemuseums in Wien berufen, für das er neben Trachtenauch wichtige Möbelstücke beibrachte.

Das Österreichische Museum für Volkskunde:Ethnologie und vergleichende Volkskunde

Den beiden Initiatoren für die Errichtung eines zentralen Volkskundemuseums inWien, Michael Haberlandt( 1860-1940) und Wilhelm Hein( 1861-1903), waren natür-lich die Bestrebungen um eine Belebung der Hausindustrie und- damit im Zusam-menhang- die Entdeckung der Volkskunst" nicht verborgen geblieben. Das bezeugendie Bekanntschaft mit Alois Riegl und die Ausstellungen im Museum für Kunst undIndustrie. Als Beamte der ethnographischen Abteilung am Naturhistorischen Museumgalt ihr Interesse aber vorwiegend ethnologischen Fragestellungen. Mit Aufmerksam-keit registrierten sie daher die Gründung der Ethnographischen Museen. Sie hattenKontakt zu dem bekannten Anthropologen Rudolf Virchow, der nach dem Vorbild desNordischen Museums in Stockholm 1889 das Museum für Deutsche Trachten undHausgewerbe" in Berlin ins Leben gerufen hatte, sie beobachteten die Gründung einesEthnographischen Museums in Budapest und verfolgten die Tschecho- slawische Aus-stellung in Prag, die für sie gewissermaßen zur Initialzündung wurde. Im Gegensatzzu diesen Museen, die ausschließlich einem nationalen Gedankengut verhaftet waren,strebten Michael Haberlandt und Wilhelm Hein ein Museum an, in dem sämtlicheVölker der Monarchie- mit Ausnahme Ungarns- vertreten sein sollten. Ihre wissen-schaftliche Zielsetzung formulierte Michael Haberlandt folgendermaßen: Wir beküm-mern uns aber nicht um die Nationalitäten selbst, sondern um ihre volksthümliche,

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