ENTWICKLUNGSLINIEN IM VOLKSKUNDLICHEN MUSEUMSWESEN ÖSTERREICHS
wird zu einem unmittelbaren Vertreter unseres Faches. Er veröffentlichte nämlich 1843eine Sammlung österreichischer Volksweisen, um das Leben längst entschwundenerJahrtausende zur Anschauung zu bringen( Depiny 1933).
c) Salzburger Museum
Ein Volksliedsammler, Vinzenz Maria Süß, war auch der Begründer des Salz-burger Museums. Zunächst sollten die musealen Belange in Linz, dem damaligen Ver-waltungszentrum, zusammengeführt werden. Gegen diese Tendenz wandte sich jedochder Steueramtskontrollor Vinzenz Maria Süß, der das Zeughaus der Stadt Salzburgordnete und hier ab 1834 den Grundstock zu einer Sammlung legte, die sich fortan„ Städtisches Museum“ nannte. Später gründete man einen eigenen Museumsvereinund die Witwe Kaiser Franz I., Carola Augusta, übernahm das Protektorat, nachdemSalzburg wieder ein selbständiges Bundesland geworden war. Vinzenz M. Süß übtedie Direktion bis zu seinem Tod im Jahre 1868 aus. Dann ging die Sammlung, dieaber aus dem ganzen Land zusammengetragen wurde, in den Besitz der Stadt über( Kutschera 1976).
d) Kärntner Landesmuseum
Die reichen antiken Ausgrabungen Kärntens ließen den Wunsch wach werden,die Funde, von denen während der napoleonischen Zeit bereits einige fortgeschafftworden waren, dem Land zu erhalten. Landeshauptmann Johann Camillo Freiherr vonSchmidburg stellte dafür bereits 1821 die Gründung eines vaterländischen Museumsin Aussicht. Die zahlreichen Römersteine, die Baron Gottlieb Karl Ankershofen in sei-nem Schloß Tanzenberg aufbewahrte, sollten die Grundlage bilden. Der Plan zerschlugsich zwar, aber der Wunsch nach einem geeigneten Aufbewahrungsort blieb beste-hen. 1844 konnte im Landhaus ein Lapidarium errichtet werden. Seine Betreuung undVermehrung lag in den Händen des 1843 gemeinsam mit der Steiermark geführtenund ab 1849 separaten Geschichtsvereins Kärntens. 1884 konnten die Sammlungenmit dem 1847 gegründeten naturkundlichen Museum in einem neuerbauten Gebäudezum Landesmuseum Rudolfinum zusammengeführt werden( Braumüller 1929 u. 1956;Klemun 1992).
e) Vorarlberger Landesmuseum
Zwar kam es auch in Vorarlberg erst im Jahr 1857 zur Gründung eines Muse-ums- Vereines und zur Errichtung eines Landesmuseums, doch liegen seine Anfängeebenfalls in der Romantik mit ihren historischen Bestrebungen. Hier ist der Verfas-ser der ersten Vorarlberger Landesgeschichte zu nennen, Franz Joseph Weizenegger( 1784-1823), der den Anstoß zum Sammeln von Altertümern, aber auch von Volks-liedern, gab. Zunächst kamen die Dokumente freilich nach Innsbruck, ehe man dannden eigenen Museums- Verein gründete, um den Abgang wertvoller Archivalien zuverhindern und um die Eigenständigkeitsbestrebungen zu unterstreichen( Vonbank1975; Matt 1992).
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