VORWORT
sich die Hauptlinien seiner zukünftigen Forschungsrichtungen heraus, die nahe liegen-der Weise entlang der jeweiligen beruflichen Engagements orientiert waren. Einerseitszieht sich das Dissertationsthema Franz Grieshofers, eine Untersuchung der Schützen-gesellschaften des Salzkammergutes- später erweitert zur generellen Erforschung desVereinswesens- durch seine gesamte Bibliographie. Einen zweiten Schwerpunkt bildetdie Brauchforschung, und beide Thematiken wurden nicht nur durch das Studiumsondern auch durch seine Arbeit am Österreichischen Volkskundeatlas von 1971 bis1975 grundgelegt.
Mit seinem Eintritt in das Österreichische Museum für Volkskunde 1975 be-gann für Grieshofer, neben der Fortführung, Vertiefung und Variation der genanntenBereiche, die sich als Konstanten durch das gesamte Werk ziehen, der intensive„ Um-gang mit Sachen“. Museumsdinge sollten in weiterer Folge zu seinem zentralen An-liegen werden. Die Beschäftigung mit Volkskunst führte zur Reflexion des Begriffesund zu zunehmender Verwendung von Anführungszeichen bei dessen Gebrauch. Indiesem Sinne ist auch die Illustration dieses Hauptkapitels im vorliegenden Buch zuverstehen. Daneben widmete sich Franz Grieshofer auch der Geschichte der österrei-chischen Volkskunde, den Wegbereitern der Ethnographie in Österreich und vor allemder Geschichte und Neubewertung der Sammlungen des Museums. Die vergleichendeEthnographie der Frühzeit der Laudongassen- Volkskunde wurde in den 90er Jahrenunter den neuen Vorzeichen einer europäischen Ethnologie ebenfalls wieder verstärktaufgenommen.
Die in diesem Buch versammelten Arbeiten entstammen unterschiedlichen Kon-texten. Vieles ist im Umfeld von Ausstellungen entstanden. Andere Artikel wurdenals Vortragsmanuskripte erarbeitet. In Ausnahmefällen wurden auch inhaltlich nahbeieinander liegende Beiträge aufgenommen( wer von uns ist nicht versucht, hin undwieder Anleihen bei sich selbst zu nehmen), wenn sie entweder Entwicklungen in derBeurteilung von Sachverhalten belegen, oder der Fokus insgesamt doch ein bedeutendanderer ist.
Jedes Kapitel beginnt mit einem programmatisch angelegten Text, der gefolgt istvon weiteren Beiträgen zum Themenbereich, die in der Abfolge des Entstehungsjahresangeordnet sind. Manches Mal sind sogenannte Exkurse eingeschoben, wenn sich einbestimmter Interessenbereich des Autors besonders verdichtet. Am Ende jedes Kapitelsgibt es eine Folge von Zitaten weiterer Texte des Autors, die den jeweiligen Kapitelin-halten zuzuordnen sind, die jedoch aus Platz- oder anderen Gründen nicht in den Bandaufgenommen werden konnten. Am Ende befindet sich die Ergänzung zum Schriften-verzeichnis Franz Grieshofers, das anlässlich seines 60. Geburtstages, Hand in Hand miteiner Würdigung des musealen Gesamtwerkes des nun aus dem offiziellen Amt schei-denden Direktors des Österreichischen Museums für Volkskunde in der ÖsterreichischenZeitschrift für Volkskunde( Band LIV/ 103, Wien 2000, 467-516) erschienen ist.
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