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Der Weg als Ziel : ausgewählte Schriften zur Volkskunde (1975 - 2005) ; Festgabe zum fünfundsechzigsten Geburtstag
Entstehung
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Vorwort

Es bedeutet kein geringes Wagnis, Texte eines wissenschaftlich Schreibenden ausdrei Jahrzehnten in einem Band zu versammeln. Schreibstile ändern sich, die wis-senschaftspublizistische Terminologie unterliegt kurzlebigen Moden, man setzt einenAutor und seine älteren Beiträge damit dem Urteil einer an zeitgenössischen Textengeschulten Leserschaft aus. Umgekehrt ist dies jedoch die beste, wenn nicht einzigeMöglichkeit, die wissenschaftliche Entwicklung eines Autors unvoreingenommenzu präsentieren, sozusagen das Werk für sich sprechen zu lassen. Unvoreingenom-men" relativiert sich zwar durch das Faktum, dass eine Auswahl bereits eine gewisseGewichtung, vielleicht auch Wertung voraussetzt, doch die vorliegende Sammlungvon Texten Franz Grieshofers kann durchaus als repräsentativ gelten und für sich inAnspruch nehmen, der vielseitig interessierten und fachlich umfassend orientiertenPersönlichkeit ihres Autors gerecht zu werden.

Das Inhaltsverzeichnis dieses Sammelbandes liest sich nicht zufällig wie jenesder Österreichischen volkskundlichen Bibliographie. Franz Grieshofer hat- und damitsteht er zumindest im gegenwärtigen österreichischen Umfeld ziemlich allein- einWerk vorzuweisen, das nahezu die gesamte Breite des traditionellen Kanons der Volks-kunde abdeckt. Im Regionalen umfassen seine Studien mit Ausnahme von Vorarlberg,das gesamte Bundesgebiet und die in den Sammlungen des Österreichischen Museumsfür Volkskunde vertretenen Länder der ehemaligen Monarchie. Das klingt nach einemVolkskundler klassischen Zuschnitts, und diese Etikettierung wird Franz Grieshofersicherlich als Kompliment zu werten wissen. Was Grieshofer aber zusätzlich zu seinemprofunden Sach- und Fachwissen in den angestammten ethnographischen Feldernauszeichnet, ist seine Offenheit für neue Tendenzen im Fach und innovatives Heran-gehen an traditionelle Themen. Er gehört zu jenen, die sich nie der bloßen Betrach-tung und genügsamen Beschreibung kultureller Überlieferungen gewidmet haben. DieFrage nach Funktionen und Bedeutungen, nach der Rolle gesellschaftlicher und sozio-ökonomischer Strukturen stellten sich ihm früh.

Seine wissenschaftliche Sozialisation hat Franz Grieshofer noch ganz im Umfeldder traditionellen Positionen des Faches der 60er und 70er Jahre erfahren, die vonseinen akademischen Lehrern Karl Ilg in Innsbruck und Richard Wolfram in Wiengeprägt waren. Bereits in den ersten Jahren seiner Publikationstätigkeit kristallisierten

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