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Volkskunde : Fakten und Analysen ; Festgabe für Leopold Schmidt zum 60. Geburtstag
Entstehung
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vnd sich im wenigisten nichts rechen sollen. Nichtweniger seint auch Hanns Fritschvnd Hannẞ Crafftmayer, beede burgerl. Bindermeister alhier, fürgefordert, vnd vmbwillen Selbe die gesellen zu ihren begangenen Vnfueg animiert haben, Jeden 10 fl.straff dicirt worden.50 bau noita.

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Dieses gewaltsame Einschreiten der Neustädter Bindergesellen gegen eineSchüler- Aufführung eines Reiftanzes läßt wohl den Schluß zu, daß derartigeReiftänze damals auch in ihren eigenen Reihen aufgeführt wurden, wobei dieAbleitung eines gewissen Eigentumsrechtes zugleich eine ziemlich alte Tradi-tion vermuten läßt.

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Jener Reiftanz hingegen, den die Gesellen des Innsbrucker BindermeistersJoseph Zimmermann am Aschermittwoch des Jahres 1729 in Wien auf-führten, dürfte hier keine unmittelbaren Vorgänger gehabt haben. Die vonGustav Gugitz aufgefundene Beschreibung des Tanzes ist im Jahrbuch desÖsterreichischen Volksliedwerkes bequem zugänglich 62), weshalb ich hiernicht näher darauf einzugehen brauche. An derselben Stelle findet sich auchder von Ilka Peter 1952 aufgezeichnete Schwerttanz von Groß- Pertholzim Waldviertel 63), auf den ich hier gleichfalls nur verweisen möchte. Er istnach Kriegsende von einem heimatvertriebenen Fleischhauer aus dem Kaplit-zer Bezirk mitgebracht worden und ist meines Wissens der einzige Schwert-tanz, der in neuerer Zeit auf niederösterreichischem Boden aufgeführt wurde.Damit sind zwar die bis heute vorliegenden unmittelbaren Zeugnisseüber Schwerttänze und verwandte Tanzformen in Niederösterreich erschöpft,jedoch bei weitem nicht alle Möglichkeiten, um über deren einstige Verbrei-tung und ihre Stellung im Rahmen der gesamten niederösterreichischen Volks-kultur ein annähernd genaues Bild zu erhalten. So wird es beispielsweisevonnöten sein, jenen mehr oder minder deutlichen Zusammenhängen nach-zuspüren, wie sie sowohl zwischen den weltlichen als auch zwischen manchenreligiösen Spielformen des Winterhalbjahres auf der einen und den Schwert-tanzspielen auf der anderen Seite zu bestehen scheinen. Einige Vermutungensind in dieser Hinsicht bereits ausgesprochen worden"); es ist zu hoffen, daßman mit einem weiteren Anwachsen des Belegmaterials bald auch über dieseZusammenhänge wird Näheres aussagen können. 09

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Anmerkungen sin baia inime

1) Schwerttanz und Schwerttanzspiel im germanischen Kulturkreis, Leipzig 1931.2) Schwerttanz und Männerbund, Kassel 1936 ff.

3) Zs. d. Ver. f. Volkskunde, Bd. 4, 1894, S. 88.

4) Zs. f. dt. Philologie, Bd. 65, 1940, S. 50 ff.

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5) Atlas von Niederösterreich( und Wien), Wien 1951-58, Karte 135 c: Volks-Das deutsche Volksschauspiel, Berlin 1962, S. 334.

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6) Barockes Volksschauspiel in Perchtoldsdorf, Öst. Zs. f. Volkskunde, Bd. 23,1969, S. 84, Anm. 38; S. 86, Anm. 46.

7) Zwei Schwerttänze aus dem Böhmerwald( Jb. d. österr. Volksliedwerkes 3,Wien 1954, S. 111 ff.).

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