nungen nachweisen läßt 24). Es könnte sich wohl lohnen, auch in dieser Hinsichtnach Gottscheer Hausindustrie- Erzeugnissen aus früheren Jahrhunderten zuforschen. Ob freilich ein eindeutiger Herkunftsnachweis gelingen würde, istfraglich.
Um die Jahrhundertwende arbeiteten im Bezirk Gottschee noch 207 Haus-industriebetriebe in verschiedenen Dörfern vom Hornwald bis zur Kulpa ander Herstellung hölzerner Gegenstände; wie viele von ihnen Gebinde oder garFäßchen erzeugten, ist nicht mehr feststellbar. Jedenfalls betrug die Jahres-erzeugung allein etwa 10.000 Putscherlein 25). Die 1885 in der Stadt Gottscheegegründete Holzfachschule dürfte diesen Zweig der Erzeugung kaum beeinflußthaben, es sei denn vom handwerklichen Standpunkt im negativen Sinn, wieein Vergleich der beiden ausgehöhlten Fäßchen zeigt. In Privatbesitz findensich heute vor allem Fäßchen, deren Körper gedrechselt wurde. Das ist jeden-falls ein Ergebnis der Drechslerklasse der genannten Schule.
Daß man bei den erzeugten Mengen auf einen weit ausgedehnten Handelangewiesen war, ist selbstverständlich. Von Fäßchen, die in verschiedenenGegenden in Verwendung waren und heute in Museen gelangt sind, könnenwir nur vermuten, daß sie in Gottscheer Dörfern erzeugt wurden. So besitztdas Steirische Volkskundemuseum ein größeres gebundenes Fäßchen ausZwetschkenholz mit beiderseits je sechs Reifen 26), das nach Form und Ausfüh-rung ein Gottscheer Erzeugnis sein könnte. Das Steirische Bauernmuseum inStainz erwarb ein kleineres Jausenfäßchen derselben Art aus der Gegend vonDeutschlandsberg, das mit ziemlicher Gewißheit als Hausindustrie- Erzeugnisaus der Gottschee anzusprechen ist 27). Daneben ist im selben Museum ein an-nähernd gleich großes Fäßchen mit Eisenreifen, erworben in der südlichenOststeiermark 28), das auffallend jenem bei Otterstädt abgebildeten gleicht 29).Ähnliche Gebinde kennt Oberkärnten unter dem Namen Wasserputsch 30) undOsttirol als Wasserpitra, Pitra, Pitrech zum Tragen und Frischhalten von Ge-tränken bei der Feldarbeit 31).
Räumlich schließen die Trinkfäßchen Oberitaliens und der Schweiz an, indenen man Wein auf das Feld trägt und aus denen auch getrunken wird 32).Wir begegnen hier wie auch anderwärts neben der üblichen Faßform den fla-chen Fäßchen mit großen runden Böden und verhältnismäßig kurzen Dauben,die aber über den Rahmen dieser Arbeit hinausgehen würden, ebenso wie dieflachen Feldflaschen aus Holz, Ton oder Zinn, die wohl dieselbe Funktion er-füllen können, aber hier ausgeklammert bleiben sollen. Allerdings ist hinzu-zufügen, daß Zinngefäße und auch glasierte Tonfäßchen nicht in demselbenMaße den Inhalt kühl halten können, wie die Holzfäßchen. Diese Eigenschaftscheint maßgeblich zur Beliebtheit der Holzgebinde beigetragen zu haben. Daẞim Bereich der Gottscheer Sprachinsel das hölzerne Trinkfäßchen so starkeVerwendung fand, ist aus der Wasserarmut der Landschaft zu erklären, diedazu zwang, auch Trinkwasser auf das Feld und zur Heuarbeit mitzunehmen.Da der Viehhüter auch für das Tränken des Viehs an einer Wasserstelle zusorgen hatte, wird hierwie auch später aus der Deutung der Bildquellenhervorgehen wird seltener von der Mitnahme des Trankes im Fäßchenberichtet. Nie aber trank man im Hause aus dem Fäßchen, während etwaanderwärts der Krug sowohl auf Feld und Wiese, als auch im Hause alsTrinkgefäß diente und noch heute dient. Da die Gottscheer keine Töpfer
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