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Volkskunde : Fakten und Analysen ; Festgabe für Leopold Schmidt zum 60. Geburtstag
Entstehung
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so wird man Klaus Beitl zustimmen, wenn er feststellt, daß Leopold Schmidtin einer Zeit, da sich auch im Bereich der Geisteswissenschaft die Spezialisie-rung weitgehend durchgesetzt hat, zu den wenigen Forscherpersönlichkeitengehört, die über eine umfassende Kenntnis des Stoffes und seiner Problemeverfügen". Diese Fähigkeit versetzt Leopold Schmidt in eine Lage, die volks-kulturellen Erscheinungen stets in größeren kulturgeschichtlichen Zusammen-hängen zu betrachten und zu deuten.

Von allen diesen Abhandlungen und Darstellungen, mit oft überraschendneu gesehener Zuständigkeit der Volkskunde, sind immer wieder Anregungenund Impulse ausgegangen, die der Neuprofilierung der Volkskunde in Öster-reich dienten. Ich denke an die Hinweise auf manche abseits vom gängigenInteresse der Fachgenossen liegenden Bereiche, wie die für den Schmuck, dieGeste und Gebärde oder die methodisch klar bestimmte Wallfahrtsvolkskunde,die ihm seinerzeit im Rahmen der Sammlung Rudolf Kriẞ in der WienerHofburg die erste berufliche Aufstiegsmöglichkeit bot. Von ganz besonderemWert aber ist die Erschließung einer neuen Dimension der Geräteforschung,die bisher im Grunde ohne eigentliche volkskundliche Fragestellung als kultur-geschichtlich oder technisch- historische Teildisziplin betrieben worden war.,, Die Gestaltheiligkeit im bäuerlichen Arbeitsmythos" ist nicht die einzigevolkskundliche Relevanz, aber sie führt in die zentralen Aufgaben volkskund-licher Geräteforschung.

Seit 25 Jahren leitet Leopold Schmidt das Österreichische Museum fürVolkskunde in Wien. Er trägt in diesem Vierteljahrhundert die Verantwortungfür die kostbare Sammlung, die von Michael Haberlandt begründet und auf-gebaut, von Arthur Haberlandt im Geiste seines Vaters fortgesetzt wurde. Eingerechtes Urteil muß es bestätigen, daß die Schatzkammer in der Laudongasseeinen Verwalter und Mehrer gefunden hat, der der grandiosen Leistung derGründung in würdiger Weise entspricht. Leopold Schmidt hat diese musealeund wissenschaftliche Pflegestätte der gesamtösterreichischen Volkskunde ent-sprechend den Wandlungen der museologischen Erkenntnisse, die er selbstmit herbeigeführt hat, sowohl von innen her als auch von außen bei allerWahrung der Substanz grundlegend geändert. Die Hauptsammlung wurdeplanmäßig ausgebaut, sie wirkt damit beispielgebend für viele andere Museen;ein neues Katalogsystem wurde von Leopold Schmidt mit seinen Mitarbeiternin wohlbedachter Kleinarbeit eingeführt; die Fachbibliothek erwuchs zu einerder größten ihrer Art im ganzen deutschen Sprachgebiet; die Photothek mitihren 45.000 Nummern entwickelte sich zu einem für viele Interessenten( Studierende, Schriftsteller, Journalisten, Künstler und Rundfunkleute) inten-siv und mit großem Gewinn benutzten Bildarchiv der Österreichischen Volks-kultur. Das Österreichische Museum für Volkskunde hat als wissenschaftlichesDokumentations- und Forschungszentrum längst den Rang internationalerAnerkennung gefunden.

Die zahlreichen Sonderausstellungen, Frucht und Zeichen unablässigmusealer und wissenschaftlicher Arbeit, die Errichtung der AußenstellenSammlung Religiöse Volkskunst in der alten Klosterapotheke im ehemaligenUrsulinen- Kloster Wien I und Altösterreichische Volksmajolika im SchloßGobelsburg in Niederösterreich- bestätigen als weitere Zeugnisse, daß dasÖsterreichische Museum für Volkskunde unter Leopold Schmidt die bedeu-

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