ZUPFIDIOPHONE
Hornbostel/ Sachs 12
Maultrommeln
Hornbostel/ Sachs 121.2
Die Maultrommeln innerhalb der vorliegenden Sammlung sind-mit geringfügigen Abweichungen- einem einzigen Typus zuzu-rechnen: Ein vierkantiger Eisenstab wird epaulettenförmig gebogenund eine Feder wird im Scheitel der Rundung eingenietet.Hinweise auf das Alter der Instrumente erhält man aufgrundder verwendeten Materialien: So sind die älteren Exemplareaus Schmiedeeisen und die jüngeren aus Stahl gefertigt.
Auch die Verpackung ist für das Alter bestimmend, vor allemaber auch für die Herkunft der Instrumente. Sie reicht vomgeschnitzten Holzschuh aus Südtirol( 18. Jh.) bis zum pyramiden-förmigen Holzklötzchen, auf das versandfertig vier Maultrommelnfestgebunden sind( 20. Jh.). Diese stammen aus Molln in Ober-Österreich, dem Zentrum der österreichischen Maultrommel-erzeugung. Die Produktion von Maultrommeln ist dort seit 1679nachweisbar.
( Vgl. Karl Magnus Klier: Volkstümliche Musikinstrumente in denAlpen. Kassel 1956, S. 71-77)
Zur Funktion
"...
Jede Gruppe von Gaßlern pflegte mindestens ein Musik-instrument mit sich zu führen.... Das für das Gaẞlgehentypischeste Instrument war die Maultrommel, die ihresgeheimnisvoll wispernden Klanges und ihrer nahezuausschließlich bei Fensterbesuchen üblichen Verwendungwegen von so manchem alten Manne- z.B. in der Umgebungvon Maria- Alm oder auch von Leogang- mit dem Namen, Mentschafanger' belegt wurde."
Peter, Ilka. Salzburg 1953, S. 27.
Bild: Steirischer Maultrommel-spieler mit zwei Instrumenten.Foto: Andreas Reischek, 1935.Sammlung Georg Kotek, ÖVLW.
IDIOPHONE
161
Zupfidiophone