Druckschrift 
1 (2004) Musikinstrumente : Katalog der Sammlung der Musikinstrumente des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien. 1 / Idiophone und Membranophone / Walter Deutsch und Maria Walcher. In Zsarb. mit dem Inst. für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie - Wien und dem Österreichischen Volksliedwerk. Unter Mitarb. von Gerlinde Haid ... Mit Beitr. von Franz Grieshofer ...
Entstehung
Seite
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Bild: Flügelratschen und Schub-

karrenratschen im Marchfeld, 1980.

Foto: Kurt van Linthoudt.

Institut für Europäische Ethnologie,

Wien 1990, D178/ 3.

Schrapräder

Hornbostel/ Sachs 112.24

Ratschen

Innerhalb der hier zur Verfügung stehenden Auswahl sind drei Ratschen-typen unterscheidbar. Die konstitutiven Merkmale dieser Lärminstrumentesind der Rahmen, die Walze, die Zunge und die Achse. Im Rahmen, dereine unterschiedliche Form und Größe aufweisen kann, sind ein odermehrere Klangbretter( Zungen) befestigt, die über eine Kerbwalzeschrapen bzw. geschrapt werden. Zunge( n) und Rahmen können auseinem Stück( idioglott) oder aus zwei Teilen( heteroglott) gebaut sein.Als Achse wird jener Teil des Instrumentes bezeichnet, der als Halterungfür Rahmen und Walze dient und der gleichzeitig der Griff der Ratschesein kann.

Zur Funktion

,, Zumeist von Gründonnerstag abend bis Karsamstag abend ziehendie Ratscherbuben durch die Gemeinden, und wohl kaum irgend-wo ist ihr Treiben so bunt, sind ihre Bräuche so vielfältig wie...in Niederösterreich... Die Ratscherbuben bilden eine temporäreGemeinschaft, die meist knapp vor der Karwoche zusammentrittund sich nach dem, Einsammeln' am Karsamstag oder Ostersonn-tag auflöst.... Da die Ratschen die, nach Rom geflogenen Glocken'ersetzen, wird zu den gewöhnlichen Läutezeiten geratscht, früh,mittags und abends, und zu den Gottesdiensten wird anstattzusammengeläutet, zusammengeratschnt'.

Die Ratschersprüche hört man zumeist geschrien oder rezitiert,selten gesungen.

Galler, Werner. St. Pölten 1975, S. 13 ff.

IDIOPHONE

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