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1 (2004) Musikinstrumente : Katalog der Sammlung der Musikinstrumente des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien. 1 / Idiophone und Membranophone / Walter Deutsch und Maria Walcher. In Zsarb. mit dem Inst. für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie - Wien und dem Österreichischen Volksliedwerk. Unter Mitarb. von Gerlinde Haid ... Mit Beitr. von Franz Grieshofer ...
Entstehung
Seite
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Schlagstabspiele

Hornbostel/ Sachs 111.212

Schlagplattenspiele

Hornbostel/ Sachs 111.222

Schlagröhrenspiele

Hornbostel/ Sachs 111.232

Diese drei in Material und Bauform unterschiedlichen Instrumententypenwerden hier aufgrund der gleichen Spieltechnik zu einer Gruppezusammengefasst: Die diatonisch bzw. chromatisch geordneten Stäbe,Platten oder Röhren werden mit Schlegeln zum Klingen gebracht.

a Die Schlagstabspiele dieser Sammlung sind Xylophone", alsoSchlagstabspiele aus Holz.

b Die Schlagplattenspiele sind hier durch ein Metallophon" vertreten.Die Klangplatten, wie sie z.B. auch beim Glockenspiel" verwendetwerden, sind im Unterschied zu den muldenförmig geschnitztenHolzstäben des Xylophons biplan.

c Das einzige Schlagröhrenspiel der Sammlung muss als Zufall gewertetwerden. Vermutlich handelt es sich dabei um eine Bastelarbeit nachmusikdidaktischen Vorlagen.

Bild:

Hölzernes Glachteraus dem Zillertal.

Foto: ÖMV.

Schlagstabspiele

,, Hölzernes Glachter"

Die Bezeichnung Hölzernes Glachter" für das Xylophon ist eine lautmale-rische Wortprägung aus der Umgangssprache der Musikanten in den Alpen-ländern. Die Tonhöhen der einzelnen Stäbe( Brettchen) werden durchderen Längen bestimmt. Die Feinstimmung erfolgt durch muldenförmigesAusschaben der Brettchenunterseite. Die Stäbe werden entsprechend dergewählten Tonleiter an einer Schnur oder Darmseite aufgereiht und zurfreieren Tonentwicklung auf Strohwalzen gelegt. Zwei tonartlich korres-pondierende Reihen ermöglichen ein Spiel in vier Tonarten wie auch diemehrstimmige Ausführung einer Melodie in parallel geführten Terzen undSexten.

Vornehmlich wird das Hölzerne Glachter" solistisch eingesetzt, wie diesbereits im vorigen Jahrhundert bei der Nationalsängerfamilie Rainer ausdem Zillertal der Fall war( vgl. Nr. 7) und gegenwärtig in Tirol undSalzburg bei einigen Spielgruppen nachweisbar ist. Dass das HölzerneGlachter" vermutlich schon im 18. Jahrhundert bei den LandmusikantenVerwendung fand, wird aus dem Text eines weihnachtlichen Hirtenliedesersichtlich, das 1819 aus dem Kreis ,, Botzen" nach Wien an das Archiv derGesellschaft der Musikfreunde gesandt wurde: 1

IDIOPHONE

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Schlagidiophone