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Einleitung
Der vorliegende erste Teil des Katalogs zur Musikinstrumentensammlung des Öster-reichischen Museums für Volkskunde in Wien stellt ein Verzeichnis elementarerFormen innerhalb des Musikinstrumentariums vor: Idiophone und Membranophone.Untersuchung und Beschreibung der Instrumente erfolgten vor allem im Sinne derbewährten Systematik von Curt Sachs und Erich M. von Hornbostel', ergänzt durchdie jüngsten Ergebnisse der europäischen Volksmusikinstrumentenforschung². Diewissenschaftliche Verfügbarkeit der Sammlung für weiterführendes vergleichendesArbeiten an mitteleuropäischen Beständen ist damit gewährleistet. Den einzelnenInstrumententypen sind allgemeine Anmerkungen und Zitate zu Geschichte, Her-stellung und Funktion vorangestellt.
Als Unterscheidungskriterien innerhalb der Instrumentengattungen wurden vorallem typologische Aspekte herangezogen, um so auch spezifische regionale Formendarstellbar zu machen. Die Differenzierung innerhalb eines Instrumententypusergibt sich also in der Beachtung allfälliger Abweichungen von angenommenenNormen hinsichtlich Konstruktion und Gestalt.
Die Idiophone und Membranophone repräsentieren etwa ein Drittel des Bestandesan Musikinstrumenten im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien. Dieallgemein für die beiden Gattungen gebräuchliche Bezeichnung„ Lärminstrumente"ist ein Hinweis auf ihre Laut-, Klang- und Geräuschcharakteristik, die sich auch inregional verwendeten Ausdrücken lautmalerisch niederschlägt- z. B.:,,Klempern",,, Hölzernes Glachter" ,,, Roller",„ Büllhefen" u.a. Mehr als bei anderen Instrumenten-gattungen ist bei Idiophonen und Membranophonen ihre Funktion bzw. ihre Ver-wendung für die Zuordnung und Beschreibung zu beachten. Während die Membra-nophone in ihrer Konstruktion einem relativ einheitlichen Schema folgen, zeichnensich die Idiophone durch eine große Formenvielfalt aus. So stellen die Glocken undSchellen eine der umfangreichsten Gruppen dieser Sammlung dar. Der Großteil davonist als„ Viehglocke" registriert. Dies verdeutlicht die Verbindung zu Tierhaltung undHirtenwelt und weist auf das primäre Forschungsanliegen der Sammler des aus-gehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts hin. Die Dokumentation derGlocken und Schellen als Geräte verschiedener Brauchformen gibt nicht nur einenweiteren Hinweis auf ihre Funktionsbreite, sondern unterstreicht auch ihre Bedeu-tung gegenüber den anderen Instrumenten innerhalb der Gruppe der Idiophone.
Es muss vorausgeschickt werden, dass es sich hier nicht speziell um eine Sammlungvon ,, Volksmusikinstrumenten" handelt, sondern ganz allgemein um Musikinstru-mente, deren größerer Teil allerdings dem Instrumentarium ländlicher Bevölkerungs-