Illyrer noch nicht kannte. In der volkstümlichen Überlieferung gilt der größteder Grabhügel als Begräbnisstätte Attilas, des Hunnenkönigs.
Die mittelalterlichen Burghügel sind als Hausberge( Haus für Burg),Simperl-, Wart-, Schloßberge u. a. bezeichnet. Ein doppelter Gürtel vonBefestigungen schützte einst die Grenze von der Marchmündung bis zurThaya und weiter die mährisch- ungarische Grenze entlang, wo auch vieleOrts- und Flurnamen davon Zeugnis ablegen( Landshut, Straschnitz, Hra-disch usw.).
Flurnamen als Zeugen verödeter Dörfer
Im Grenzgebiet gibt es eine große Anzahl von Flurnamen, die dieErinnerung an zugrunde gegangene Orte bewahren. Was der Grund zuihrer Verödung war, ist aus Urkunden direkt nicht zu entnehmen; es heißtnur auf einmal im herrschaftlichen Grundbuch, daß ein Dorf jetzt öde seiund keinen Ertrag gäbe. Diese Vermerke finden sich besonders häufig gegendas Ende des 15. Jahrhunderts nach den langdauernden Söldnerkriegengegen Mährer, Hussiten und Ungarn, die also vorzugsweise als Ursacheder Verödung angesehen werden müssen. Manche Orte sind auch dem Hoch-wasser oder einer anderen ungünstigen Lage zum Opfer gefallen. Vielleichthaben auch alle Ursachen zusammengewirkt, daß sich die dezimierten Be-wohner einer durch Krieg zerstörten, von Wasser oder Sand bedrohtenOrtschaft in die größeren, befestigten und mit besserem Boden versehenenOrte geflüchtet haben 50).
Im Marchfeld waren um 1500 nur Weikendorf, Gänserndorf, Marchegg,Lassee und Wagram bewohnt. Der Grund und Boden der verlassenen Orteblieb Besitz der Grundherren, die entweder trachteten, neue Siedler( Kroa-ten!) anzuwerben, oder die Äcker von einem Meierhof aus selbst bewirt-schafteten. In der Zeit eines katastrophalen Arbeitermangels waren diese,, Schafflerhöfe", Mittelpunkte einer bedeutenden Schafzucht, die einzig mög-liche Wirtschaftsform. Der heutige Großgrundbesitz geht fast durchwegs aufverödete Orte zurück. Die dritte Art der Bewirtschaftung verödeter Gründewar, daß sie die Herrschaft benachbarten Gemeinden als„ Überländ“überließ.
Die Flurnamen bezeichnen beiläufig die Lage der verödeten Orte;genau kann man sie bestimmen, wo die Bezeichnung Überländ besteht. Beimanchen Wüstungen( z. B. Rotenlehm) läßt sich nach der Ackerung imHerbst die Dorfzeile durch die hellere Färbung des Bodens erkennen, auchZiegeltrümmer( ungebrannter Lehm) und Gefäßscherben verraten die ehe-maligen Heimstätten und das Wegnetz kennzeichnet meist ihre Lage.
Nun zu den Namen 51):„ Aigenfeld"( Aigen bei Loidesthal);„ Altäcker"( Altach bei Marchegg);„ Breitenfeld"( 1585 von Gänserndorf von der Lan-desfürstlichen Kammer gekauft);„ Bodenzeil"( östlich Gänserndorf) 52);„ Ebers-dorf"( nördlich des Ebersdorfer Hofes bei Jedenspeigen);„ Öd Aigen"( Eichenstauden bei Auersthal);„ Gangenfeld"( Gang bei Eckartsau);„ Ger-losfeld"( Gerlos bei Ebenthal);„ Gotzersdorferfeld"( Gozramsdorf bei Nie-dersulz);„ Helmahof"( Helma bei Deutsch- Wagram);„ Hottensdorf" Hut-mannsdorf bei Drösing);„ Gandorf"( Chundorf bei Hohenau);„ Neidecker-feld( Neideck bei Oberweiden);„ Neundorf"( Neudorf bei Orth);„, Neusiedl-äcker"( Neusiedl bei Spannberg);„, Rastenfeld"( Rassen bei Mährisch- Neusiedl);,, Ragenhof"( Ragendorf, an beiden Ufern der March bei Zwerndorf);„, Rein-
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