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Die Nachbarschaft der Deutschen und Slawen an der March : kulturelle und wirtschaftliche Wechselbeziehungen im nordöstlichen Niederösterreich
Entstehung
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Schkarnitzel, Schinakl, Gelse, Trumm, urassen, Stagl, Schnittling, Zwiefel,Köhl, schimblich, Fetten, Fam u. a. Hieher gehört auch das vom Hochdeut-schen abweichende Geschlecht, z. B.: der Tusch, der Grabscheit, das Eck,der Butter( da Buda) u. a. Beliebt sind auch die Verkleinerungsformen:Stückerl, Vogerl, Wagerl usw., die Möglichkeitsform: i machert, essert,gingert usw., die zweite Person Mehrzahl auf s: ihr habts, was machts, derAbfall des e: Bub, Katz, Has usw., auch in der Endung-en: Schmettn, Mettn,Watschn, Wiesn, Kerzn, Goschn u. a., Ausfall des e in der Vorsilbe: gsehn,gnommen, des d vor er: derwischn, derschlagn, Einfügung des din: Schweindl,Kandl, Nierndl, Reindl usw., Verhärtung von d zu t: gfunten, Pfertl.

Das Umgangsdeutsch im gemischtsprachigen Gebiet ist ziemlich mund-artfrei, da viele durch das Schuldeutsch dazu gelangt sind. Doch färbt diebäuerliche Mundart der Umgebung ab. So kann man feststellen, daß sichz. B. der Hohenauer im Verkehr mit dem Dobermannsdorfer bemüht, dessenDialekt nachzuahmen. Er sagt dann Bui, Huit, Kui", während er imGespräch mit einem Wiener Bua, Huat, Kua" sagt. Die slawische Wort-fügung äußert sich in Wendungen wie: Mir will sichs nicht"( se nechce)oder: Gema auf Kirschen"( ideme nach strešne) oder Werd dich warten"( budu čekat), ein hoher Mann"( statt großer Mann; Übersetzung vonvysoky muž). Zu untersuchen wäre, ob sich in der Umgangssprache derGrenzer auch Überbleibsel des Habanerdeutsch finden; so dürfte u. a. dieBezeichnung Ziment" für ein Milchgefäß( 0,5 1) habanisch sein, ebenso,, Wankerl"( Müliwankel irdene Milchgefäße). In Groß- Schützen verstän-digten sich noch bis 1945 ältere Leute in ihrer absterbenden habanischen Mut-tersprache, einer altertümlichen bairischen Mischmundart auf tiroler Grund-lage, die jenseits des Atlantik( Süddakota) in den dreißig Gemeindehöfen derHuterischen Brüder kraftvoll fortlebt 18).

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Die Umgangssprache des zweisprachigen Grenzbewohners ist auch durchdie singende Art des Ausdrucks gekennzeichnet, ferner durch eine eigenartigeAussprache mancher Wörter. So klingt das o in manchen Worten wie u.So z. B. in einer Spottfrage aus Ringelsdorf: Nu, wu gehst hin?" Dabeiwird meist die Tonhöhe des letzten Wortes um eine Terz gesteigert undlang hingezogen.

Das Kroatische im Marchfeld, das heute nur mehr in Loimersdorf vonfünf Männern und drei Frauen gesprochen wird, ist von dem in Jugoslawiengesprochenen gänzlich verschieden, weil die Berührung mit der Heimatschon jahrhundertelang fehlte und außer dem Gebetbuch kein anderes Buchbekannt war. Die Loimersdorfer Kroaten sagen z. B. für, Was wirst dumorgen machen?" Tšá cech sutra delat." In der kroatischen Schrift-sprache heißt es: ,, Sto rdaš sutra delat. Mein Dienstbote klopft am GangTeppiche" ,, Moja diwojka na gangu teppich klopfa" sagen die Loimers-dorfer Kroaten mehr deutsch als kroatisch. Das kroatische Vaterunserkönnen noch mehrere Leute. Bis zum Jahre 1880 hat noch der Nachtwächtersein Sprüchlein kroatisch gesagt, z. B. um 3 Uhr früh( deutsch): ,, Alle meineHerren laẞts euch sagen, der Hammer hat drei geschlagen, Hausdirn stehauf, es is schon Zeit, die Hausfrau hat schon das Futter bereit." Auch denNeujahrswunsch hat er von Haus zu Haus kroatisch gesagt. Der kroatischeGruß wird manchmal heute noch gebraucht: Dobro juter"( Guten Morgen),,, Lahko noč"( Gute Nacht). Folgende kroatische Ausdrücke sind bei denKindern gebräuchlich: frčka( Nasenstüber), grča( für Apfelputz, der Rest

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