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Die Nachbarschaft der Deutschen und Slawen an der March : kulturelle und wirtschaftliche Wechselbeziehungen im nordöstlichen Niederösterreich
Entstehung
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šunka( Schinken); loutna( Laute), harfa( Harfe), švagr( Schwager), panikart( Bankert); trefit( treffen); mušle( Muschel) u. a.

Seit 1800 etwa kamen neu dazu: patrola( Patrouille), štab( Stab), rukovat( einrücken), patrona( Patrone), Kaserny( Kaserne), rekrut( Rekrut); trafika( Trafik), plakát( Plakat); pacht( Pacht), pauschal( Pauschale); krumpáč( Kram-pen), raf( Reifen); pas( Paß), vata( Watte); ramlík( Rammler); pult( Pult),kufr( Koffer), frak( Frack), vesta, laibl( Weste, Leibchen), duchna( Tuchent);nocky( Nocken), nudle( Nudeln), pohar( Becher); valčík( Walzer), marast( Morast); celer( Zeller=Sellerie), fasul( Fisolen), špenat( Spinat) u. a.

Die angeführten Lehnwörter benützt auch der gebildete Slowake; siesind also ein Bestandteil der Schriftsprache geworden. Im Volk, also spe-ziell in der Umgangssprache der an der Grenze wohnenden Leute treibensich aber noch eine Unzahl von Entlehnungen umher, die deutlich ihrenUrsprung verraten, z. B.: hular( Holler), braunovy( braun), bruch( Leisten-bruch), cimprlik( zimperlich), erteple( Erdäpfel, im Slowakischen auch:grubir), firspon( Vorspann), hantler( Händler), handlovat( handeln), kal-fas( Kalkfaß), piglowat( bügeln), richtovat( richten), sakumpak( Sack undPack), šenker( Schenk- Wirt), šuffanek( Schöpflöffel), flek( Flickfleck- Platz),dratar( Flicker, der mit Draht die Töpfe festigt), kšeft( Geschäft), gusto( Gusto- Geschmack), našpazír( Spaziergang), fortel( Vorteil), frajle( Fräu-lein), frajirka( Braut, von freien), fajrum( Feierabend), obserunk( Abzeh-rung- Schwindsucht), balestrat( ballestern, den Ball schlagen), tragač( Schub-karren, von tragen), heklovat, strikovat( häkeln, stricken), fedrhon( Feder-hahn), drešhon( Dreschhahn- Erntefeier), wexl( Wechsel: Sitte, die Kinderauf Wechsel zu geben, daß sie die andere Sprache lernen), hastrman( Was-sermann), doch( das mit Stroh gedeckte Dach, davon došek Strohbündel,auch Personenname Doschek), šindel( schindelgedecktes Dach), kachle( Ka-chel), sporak( Sparherd), trajfus( Dreifuẞ am offenen Herd), fajermury( Feuermauer), holčupy( Holzschuppen), grumbir( Kartoffel), futrové repy( Futterrüben), harkují( harken), mandel( Mandel, Getreide), mláti s dam-fem( dreschen mit Dampfmaschine), rajtar( Reiter, Sieb), talek( Teil, talkysind die Deputats- Feldstücke); aus den angeführten Beispielen sie ließensich noch vermehren erkennen wir deutlich die Lebensgebiete, auf denendie Deutschen den Slowaken Lehrmeister waren: Hausbau, Einrichtung,Handel, Ackerbau.

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Einen gewissen Einfluß hatte die Wiener Mundart auf die dort beschäf-tigten Slowaken, die dann diese Wörter direkt in ihre Heimat brachtenoder auf dem Umweg über die Slowakei die Vermittlung erfolgte, z. B. dasWort, fesch"( fešak), das anfangs des 19. Jahrhunderts zugleich mit Dandy"und, Gentleman" als, fashionable"( modisch, fein) aus dem Englischen insDeutsche übernommen, in Wien zu fesch" abgekürzt wurde und seinenWeg in die Provinz genommen hat. Das Wiener Kuchelböhmisch" gehörtauf ein anderes Blatt. Aber die Umgangssprache der niederösterreichischenSlowaken an der Grenze unterscheidet sich oft nicht wesentlich. Besondersnach dem zweiten Weltkrieg hat sich die Gewohnheit eingebürgert, ab-wechselnd einige Sätze slowakisch und deutsch zu reden, und die beige-mengten Germanismen häufen sich immer mehr. So kann man hören:( V) onbyl ve špitale a doktr mu auftragoval..." oder jeden je elektriker adruhsy študuje Tierarznei." Es ist klar, daß der Verlust des Zusammenhangsmit dem slowakischen Hinterland und der Mangel eines Schriftslowakischen

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