zwischen Slawen und Deutschen an der March verkörperte.„ Mit dem Auf-stand der Slawen gegen die Awaren unter Samo wird auch die Südwande-rung der späteren Kroaten und Serben auf der alten Südmarschlinie durchdas Marchtal und das Wiener Becken nach Dalmatien in Verbindung ge-bracht)". Samos slawisches Großreich, das mit seiner außergewöhnlichenErscheinung stand und fiel, wurde nach seinem Tode 666 Beute der Awarenund Baiern; es war ja nur durch eine vorübergehende Schwäche im deut-schen und ungarischen Raum möglich gewesen, genau wie in der Folge dasGroßmährische Reich, und das Zwischenspiel mit Przemysl Ottokar. Jeden-falls vollzog sich durch die Keilbewegung der Awaren und Baiern einEreignis von weltgeschichtlicher Bedeutung, nämlich die dauernde Trennungder Nordslawen von den Südslawen.
Um 800 vertrieb Karl der Große die Awaren. Zurückgelassenen Grenz-wächtern verdankt Sachsengang seinen Namen.
Im 9. Jahrhundert gehörte unser Gebiet dem Großmährischen Reich an.Im Jahre 846 wurde der mährische Fürst Moimir von Ludwig dem Deutschenabgesetzt und an seiner Stelle Rastislaw ernannt. Dieser suchte sich ebenfallsvon der deutschen Oberhoheit zu befreien und wurde auch von Karlmann,Ludwigs Sohn, in seiner Burg Theben belagert. Sein Nachfolger Svatoplukwurde 890 von König Arnulf besiegt und mußte das Gebiet nördlich derDonau bis über Hohenau abtreten. Nach seinem Tode 894 zerfiel das Groß-mährische Reich und wurde 906 Beute der Ungarn. In den Feldzügen Karl-manns spielte eine Befestigung 5) zweimal eine Rolle, durch die er auf-gehalten wurde. Mutmaßlich handelt es sich um die im March- Thayawinkelliegende Pohanska.
Für das Zusammenleben der Deutschen( Baiern und Germanenreste)und Slawen an der March sprechen auch die Bodenfunde. So haben die Aus-grabungen auf der Hochstetten bei Hohenau ergeben, daß große( bis 2 mlange) männliche Skelette mit Langschädeln neben kleinen( bis 160 cm) weib-lichen mit Rundschädeln bestattet sind. Die Gefäße sind auf der Töpfer-scheibe gedreht, weisen aber ostische Kulturelemente( Wellenfurchen) auf.Bei einer Versuchsgrabung auf dem sogenannten Föhrenhügel an der altenMarch( Morawka) konnte ich zwei Kulturschichten feststellen, deren Sied-lungsspuren dem 9.- 12. Jahrhundert zuzuweisen sind, u. a. slawische Kera-mik und ein Bronzebeschlag der karolingischen, sogenannten Köttlach-Kultur.
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Während die Ungarn nach der Schlacht auf dem Lechfelde das rechts-marchische Gebiet allmählich räumten lediglich der Name der WüstungUnerndorf bei Zistersdorf erinnert an ihre geringe siedlungsgeschichtlicheBedeutung in unserer Gegend-, blieb das links der March liegende Gebietneunhundert Jahre unter ihrer Herrschaft. Die Ostmark konnte wiederaufgerichtet werden. Und sie dehnte ihre Grenzen nun weit nach Nordenund Osten aus. 1002 wurde die March erreicht; in diesem Jahr schenkteKaiser Heinrich II. dem Markgrafen Heinrich zwanzig Huben zwischenKamp und March. 1043 wurde zum Schutze der Marchgegend eine eigeneMark, die Ungarnmark, gegründet, wodurch der Fluß sozusagen offiziellzum Grenzfluß wurde. Als Gegenschachzug siedelten die Ungarn 1050-70mongolische Schützen( Groß- Schützen), Szekler( Sekule), Kumanen und Pet-schenegen am linken Marchufer an, wohl keine angenehme Nachbarschaftfür die deutschen Neusiedler am anderen Ufer 6).
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