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Riß und Arl im Kärntner Nockgebiet : ein Beitrag zur Topographie der altständigen Pfluggeräte in den südlichen Ostalpen
Entstehung
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forschung bisher für Kärnten noch zu keiner näher bestimmten Gliederung nachLandschaftstypen gekommen ist 35. Indessen ist festzuhalten, daß die ganz vortreff-liche Materialerschließung durch Heinz- Chr. Dosedla dem von uns erstmals ge-machten Versuch einer Typenabgrenzung der Arl für das Nockgebiet oder Ringhof-gebiet in keinem Punkt widerspricht oder entgegensteht. Auszugehen ist ja in jedemFall von den kleinräumig wohlfundierten Angaben und Feststellungen Oswin Moros,die zuvörderst auf den Erhebungen in St. Oswald ob Kleinkirchheim beruhen. Undes erscheint daher als unsere vordringlichste Aufgabe, auch aus dem weiteren Umkreisdieser einstigen Ringhoflandschaft, dem Nockgebiet also, einschlägige Geräte und For-men der Arl heranzuziehen. Erst aus einer solchen eingehenderen gerätekundlichenDokumentation kann dann zwingend entschieden und festgestellt werden, ob sich mitder zentralkärntischen Hauslandschaft der Ringhöfe( siehe Abbildung 2) tatsäch-lich auch die Verbreitung eines ganz bestimmten Arltyps deckt, nämlich jenes Typsder Federar 1, den zunächst Oswin Moro aus St. Oswald und Kleinkirchheim ge-nauer beschrieben und abgebildet hat und wie er sich glücklicherweise ja auch aus einerganzen Reihe von musealen Gerätefunden aus dieser Gegend ergibt.

Oswin Moro hat bei seiner eingehenden und großen Felderfahrung, hier wiein zahlreichen anderen Fällen sicher berechtigt, eine solche Verallgemeinerung für dasganze Nockgebiet als Schluß ex silentio vorgenommen. Es dürfte jedoch damit die Not-wendigkeit für uns nicht aufgehoben sein, dieses Umfeld besonders in seinen Rand-zonen genauer prüfend und auch schon auf mögliche oder notwendige klarere Abgren-zungen hin auszuschreiten. Erst dies könnte es uns dann erlauben, nicht nur aus einervermehrten Materialaufschließung heraus diesen Formenkreis und landschaftlichenTyp der Arl des Nockgebietes in Kärnten als solchen gültig und maẞhältig zu statuie-

ren.

Unser Plan bedarf indessen noch einer Vorbemerkung hinsichtlich der soeben vor-geschlagenen Vorgangsweise und Darstellungsmethode. Wir beschränken uns dabeibewußt auf den Letztstand der faktischen Sachüberlieferung, d. h. auf die schonbei Oswin Moro vorgegebene Darstellung der Verhältnisse, soweit diese empirisch undin den letzten Jahrzehnten aus dem ruhenden Lagerbestand einer bereits weithin funk-tionslos gewordenen Sachüberlieferung noch erfaßbar waren. Immerhin ist dieses Ma-terial gerade in den erhaltenen Realien so reichhaltig, umfangreich und aussagekräf-tig, daß sich daraus allein ein durchaus geschlossenes und vollwertiges Sachbild er-gibt 36. Das schließt allerdings die Frage einer weiteren historischen Untersuchung inner-halb derselben Landschaft keineswegs aus.

Wir haben jedoch diese Aufgabe einer landschaftsadäquaten stratigraphischenUntersuchung der historischen Entwicklung der Arlgeräte hier bewußt

35 Erste Versuche, eine zusammenfassende Übersicht über die Arl- Bestände Kärntens zugeben, bei Karl Rhamm, Beiträge II/ 1, S. 975-1000; H. Koren, Pflug und Arl, S. 204-220, für Kärnten insbesondere S. 208-214. Ergänzend dazu neuerdings Maria Hornung,Artikel, Arl, Arle' im Wörterbuch d. bair. Mundarten in Österreich, Band 1, Wien 1963, S.329-330. H.-C. Dosedlas Karten und Kommentar zu Pflug und Arl in Österreich" imÖsterreich. Volkskundeatlas( siehe oben Anm. 1) sind wesentlich ausgelegt nach der Typologieder Grundkonstruktionen bzw. nach Funktion und Arbeitsweise der verschiedenen Geräte. Einegenauere räumliche oder stratigraphische Gliederung und Abgrenzung der verschiedenen Arl-typen ergeben sich dabei nicht.

36 Damit sollte dem bisherigen Mangel einer ausreichenden und dichteren Sachbestandser-fassung in unseren Alpenländern gesamthaft entgegengearbeitet werden und zugleich für diehistorische Stratigraphie und die Entwicklungsgeschichte der Arl eine bessere Ausgangsbasis ent-stehen.

2 Moser, Riß und Arl

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