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Riß und Arl im Kärntner Nockgebiet : ein Beitrag zur Topographie der altständigen Pfluggeräte in den südlichen Ostalpen
Entstehung
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hard Kranzmayer und Maria Hornung führen sie auf ein germanisches Ety-mon( vgl. gotisch arjan, althochdt. arjan/ erren, mhd. ern/ eren usw.) ohne ein slawischesMedium zurück.

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Andere wie noch Primus Lessiak 7 oder H. S. Falk A. Torp 8 sind für de-ren Herleitung aus frühslawisch* arâdla/* ardhlo eingetreten. Leider ist uns das Appel-lativ Arl" selbst ja erst relativ spät, nämlich zuerst aus dem nordbayerischen Buchder Rügen" von 1276/77 mit Sicherheit überliefert 9.

Nach ihrer Grundgestalt haben alle diese mit ARD/ ARL/ RALO/ ARAIRE be-zeichneten Pflüge zumindest im vergleichbaren Nahbereich ein vierseitig gebautes Soh-lengerippe mit zweischneidiger Schar und einem Sterzenbaum und werden als solcheunter die ältesten Pflugformen innerhalb einer westlichen Großgruppe von vierseitigenPflügen der Alten Welt bzw. Europas gerechnet 10. Nach ihrer Arbeits- und Wirkungs-weise definiert man sie als Ackergeräte, die den Boden nur aufbrechen, krümeln undin einem unterschiedlichen Maße auch lockern" 11. Soweit nur einige der wichtigstenallgemeinen Voraussetzungen aus Sprachgeschichte und Sachforschung für das Vor-verständnis der nachfolgenden Darlegungen.

Diese verengen unser Blickfeld schon im Ansatz bewußt und sehr wesentlich aufeine einzige Kleinlandschaft Zentralkärntens, nämlich auf das sogenannte Nock-gebiet, mit einer Landschaftsbezeichnung, die erst in jüngerer Zeit nach volks-kundlichen und kulturlandschaftlichen Gesichtspunkten üblich geworden ist und die sichauf jenen westlichen Umkreis der Gurktaler Alpen bis zur Grenze gegen die HohenTauern bezieht, den der Kärntner Geograph Viktor Paschinger auch als Almgau"bezeichnet hat. Hier bestimmen nördlich der Draulinie zwischen Spittal und Villach undnördlich der Furche des Ossiachersees sowie von der Lieser im Westen bis zum Kammdes Hochrindl im Osten in einer kristallinen Zone von Schiefer und Phylliten rund-lich gewölbte, aber doch massige Bergformen das Landschaftsgepräge besonders im Pro-fil der Kämme und Gipfel, die der Volksmund selbst als Nocke" bezeichnet 11a. Seinebis zum Vordringen von Industrie, Tourismus und Verkehr vorwaltende kulturland-schaftliche Geschlossenheit war die einer weitgehend homogenen und zugleich sehr aus-geprägten bergbäuerlichen Streusiedellandschaft mit ungewöhnlich extensiv ausgebau-ten Gruppengehöften, den sogenannten Ring höfen", deren siedlungsgeschicht-liche Grundlage überwiegend Rodesiedlungen des Hochmittelalters, vornehmlich Schwaigen" bildeten( siehe Abb. 1) 12. Oswin Moro( 1895-1941) hat seine Feld-

6 Eberhard Kranzmayer, Die bairischen Kennwörter und ihre Geschichte, Wien 1960,S. 19. Siehe auch Wörterbuch der bair. Mundarten in Österreich, bearb. v. Eberhard Kranz-mayer unt. Mitw. v. Franz Roitinger, Maria Hornung u. a. I, Wien 1963, S. 328.7 Primus Lessiak, Alpendeutsche und Alpenslawen in ihren sprachlichen Beziehungen.In: German.- roman. Monatsschrift 2, Heidelberg 1910, S. 280.

8 S. H. S. Falk- A. Torp, Norwegisch- Dänisches etymologisches Wörterbuch, 2. Aufl.,Oslo/ Bergen 1960, S. 31 s. v. Ard.

9 Eine Zusammenstellung der ältesten Wortbelege von Arl" bringt das Wörterbuch d.bair. Mundarten in Österreich, hrsg. v. Eberhard Kranzmayer u. a., I, Wien 1963, S. 328.10 Hanns Koren, Pflug und Arl, S. 265.

11 Ernst Klein, Die historischen Pflüge der Hohenheimer Sammlung landwirtschaftlicherGeräte und Maschinen(= Quellen und Forschungen zur Agrargeschichte XVI), Stuttgart 1967,

S. 5.

11a Viktor Paschinger, Landeskunde von Kärnten und Osttirol, 2. Aufl., Klagenfurt1948/49, S. 357.

12 Walther Fresacher, Das Bauerntum in Kleinkirchheim und St. Oswald in ver-gangenen Zeiten. In: Car. I 1939, S. 62-66; dazu die grundlegende Arbeit von Oswin

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