VORWORT
Einer Untersuchung von Ackergeräten, die wir vor ihrem Verschwinden noch inden letzten Jahrzehnten in Kärnten allenthalben erfassen konnten, sollte man- trotzausführlicher Begründung im folgenden- ein kurzes Wort der Besinnung mit auf denWeg in die Öffentlichkeit geben.
Wenn in diesen Tagen das umfassende Karten- und Darstellungswerk des Öster-reichischen Volkskundeatlasses abgeschlossen wird und wenn zugleich der erste Bandzum Ethnologischen Atlas Europas und seiner Nachbarländer erscheint, so könnte mansich wohl fragen, welchem Ziel und Zweck denn eine räumlich enger begrenzte geräte-kundliche Landschaftsmonographie mit ihren Beschreibungen und Zuordnungen über-haupt dienen soll. Es ist uns ferner durchaus bewußt, wie sehr in unserem Fach heuteum neue und notwendige Positionen gerungen wird, wie schnell ein wachsendes Pro-blembewußtsein zu veränderten Fragen und Zielsetzungen hindrängt und wie leichtwir alle versucht sind, herkömmliche Aufgaben und Bemühungen in der Volkskundevorschnell abzutun und aufzugeben.
Demgegenüber muß freilich betont werden, daß es doch auch am Bisherigen nichtweiter fehlen darf; jedenfalls gibt es dafür entscheidende und gewichtige Gründe. An-gesichts einer heute weltweit gediehenen Spezialforschung, wie sie gerade über die hi-storischen Anbaugeräte betrieben wird( man vergleiche etwa Grith Lerche- AxelSteensberg, Agricultural Tools and Field Shapes: Twenty Five Years of Activityby the International Secretariat for Research on the History of Agricultural Imple-ments, Copenhagen 1980), wäre es unverständlich und käme einer leichtfertigen Ober-flächlichkeit gleich, wollten oder würden wir uns mit dem abfinden und es dabei be-wenden lassen, was bei uns darüber bisher gearbeitet werden konnte. In der Tat sindhier fruchtbare Ansätze und Forschungsfortschritte geradezu Ausnahmen geblieben. Dieoben genannten neuen und großen Übersichtswerke bestärken mich daher nur in derAuffassung, daß nun erst recht die Einzel- und die Detailforschung einsetzen müßten,nicht zuletzt um unsere Sachkenntnis nach modernen methodischen Gesichtspunkten vor-anzutreiben und auszubauen, um die Grundlagen unseres Wissens also zu mehren undum auf diese Weise wahrhaftig einer scientia nova zu dienen.
Der Unterzeichnete hat für Betreuung und Drucklegung dieser Arbeit vielen zudanken. Denen, die ihm draußen im Gelände immer wieder mit Verständnis undgroßer Hilfsbereitschaft begegnet sind, fühlt er sich aufrichtig verpflichtet. Vor allemaber habe ich dem Direktor des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien,Herrn Wissenschaftlichen Oberrat Dr. Klaus Beitl, dafür zu danken, daß er ohneZögern bereit war, diese Untersuchung in die Veröffentlichungsreihe seines Museumsaufzunehmen. Mein besonderer Dank gilt ferner allen Persönlichkeiten und Stellen inKärnten, die durch namhafte Zuschüsse die Drucklegung gefördert und so deren Reali-sierung ermöglicht haben.
Klagenfurt, zu Lichtmeẞ 1981
Oskar Moser
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