wieder die Hausfrau, macht Verbeugungen und tut so, als ob erihnen die Hand küssen würde. Dann beginnt er nach dem Geigen-spiel eines Begleiters zu tanzen. Und schließlich wird auf die an-wesenden Mädchen Jagd gemacht; der Führer befiehlt dem Bären,die Mädchen zu küssen oder ihnen gar die Stiefel auszuziehen.Als Abschluß wird noch eine Kolenda gesungen und mit einemDank für die erhaltenen Geschenke zieht die Gruppe zum näch-sten Hof 40).
Ähnlich geht es zu, wenn man den Tur allein im Zuge mit-führt; er tanzt nach der ihn begleitenden Musik, klappert mit derbeweglichen Unterlippe und treibt auch sonst manchen Spaß ¹¹).
Tetmajer schildert ausführlich den Umgang mit dem Tur imKrakauer Gebiet und erwähnt, daß auch eine eigene Gruppe mitdem heil. Josef, einem Juden und einem Toruń entweder alleinoder mit den Kolenda- Sängern herumzieht, in der besonders derJude die spaẞhafte Rolle innehat, der auch tanzt und entspre-chende Verse deklamiert 42).
Damit sollen die Umzugsformen der Kolenda- Sänger keines-wegs erschöpft, sondern nur angedeutet werden.
Die zweite Zeitspanne, in der die tierischen Vermummungenin Umzügen herumgeführt werden, sind die letzten Tage desFaschings, insbesondere der Faschingdienstag. Auch hier geht esähnlich zu, nur daß die Kolenden wegfallen und Späße und Toll-heiten vorherrschen. Der Heischecharakter dieser Umzüge wirdbesonders dadurch ersichtlich, daß die Begleiter der Geiß demHausherrn geradezu drohen, seine Kühe würden ihm wenigerMilch geben, falls er sich nicht mit einem anständigen Geschenkeinstellen sollte 43). Im Posener Gebiet beteuert man ebenso, daßman einen„ podkoziolek" gebe, damit mansich das ganzefolgende Jahr unterhalten könne 44).
Um die Liste der Jahresfeste mit den entsprechenden Tier-gestalten zu vervollständigen, sei noch auf die Osterzeit ver-wiesen, in der nur mehr einzelne Figuren auftauchen. Das Pferd-chen ist für den Palmsonntag 45) und Ostermontag 46) und derHahn für den Gründonnerstag 47) belegt. Ein letztes Aufflackern
40) Nach Simon Matusiak, a. a. O.
41) Oskar Kolberg, Lud, Kieleckie, Teil I, 1885, S. 46.
42) Włodzimierz Tetmajer, a. a. O.
43) Oskar Kolberg, Lud, Mazowsze, Teil V, 1890, S. 79.44) E. Majewski- K. Stołyhwo, a. a. O.
45) Oskar Kolberg, Lud, Kieleckie, Teil II, 1886, S. 185.
a. a. O.
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46) Ebda.
47) Oskar Kolberg, Lud, Leczyckie, S. 28.
Z. S.,