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Masken in Mitteleuropa : volkskundliche Beiträge zur europäischen Maskenforschung ; anläßlich des sechzigjährigen Bestehens des Vereines für Volkskunde in Wien
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beispielsweise am Dreikopfbecken des Magdalensberges zu er-kennen glaubt 138).

Die germanischen Völkerwanderungsvölker, die unser Landberührten oder mehr oder minder lang auch bewohnten, warenzum Teil ausgesprochene Maskenvölker. Dem Stand der For-schung nach muß man vor allem auf die Langobarden hinweisen,für deren Maskenwesen in Italien besonders Karl Meuli sehrnachdrücklich Zeugnisse namhaft gemacht hat 139). Das vielbe-sprochene walapauz- Zeugnis freilich wird von germanistischerSeite wohl immer angefochten bleiben. Die Einwände Theodorvon Grienbergers gegen die sprachliche Ableitung von pauz indie Richtung der butz- Masken bleiben bestehen 140). Für Meuliist die Interpretation auf die Geistermaske eines Toten desSchlachtfeldes unbedingt erforderlich, weil sie eine Stütze seinerganzen Totenmasken- Theorie darstellt. Für uns ist das unwesent-lich. Die gesamte Kunst der Langobarden, inbesonders ihrePlastik, bezeugt ihre Maskenfreudigkeit ganz zweifellos. Mankönnte gerade aus ihren Gesichtsplastiken manches für mancheMaskentheorie ablesen. Wenn man sich beispielsweise auf eineschamanistische Maskentheorie festlegen würde, könnte man diemaskenartige Gesichtsplastik vom Taufbecken von Asti 141) mitder eigentümlichen Bänderzeichnung quer über den Nasenrücken

138) Hedwig Kenner, Das Dreikopfbecken vom Magdalensberg( Festschrift für Rudolf Egger, Beiträge zur älteren europäischen Kultur-geschichte, Bd. III, Klagenfurt 1954. S. 11 ff.).

139) Karl Meuli, Art. Masken( Handwörterbuch des deutschen Aber-glaubens, Bd. V, besonders Sp. 1757 ff.).

Karl Meuli, Schweizer Masken. Zürich 1943. S. 60.

140) Theodor von Grienberger, Besprechung( Anzeiger für deutschesAltertum, Bd. XXIII, 1896, S. 131).

141) Emmerich Schaffran, Geschichte der Langobarden(- DeutschesAhnenerbe, Reihe C: Volkstümliche Schriften, Bd. 6) Leipzig 1938.Abb. vor S. 49.

142) Franz Altheim, Attila und die Hunnen. Baden- Baden 1951.Abb. 1.

Wenn man derartige Züge gesondert verfolgen würde, könnte mandie vielfältigsten Zusammenstellungen und Gruppierungen erreichen.Rein von der Erscheinung ausgehend, läßt sich da Verschiedensteszusammenstellen, das eben eine bestimmte Eigenschaft gemeinsam hat.Zu den beiden extremen Punkten des Auftretens der auf den Nasen-rücken gelegten Querfalten in der Langobardenkunst und auf derSchamanenmaske Grönlands könnte man beispielsweise ein sehr be-zeichnendes Zwischenstück dazustellen. Ganz die gleiche Erscheinung,dieses bezeichnende Drüberlegen der von den Backen kommendenFalten, die quer über den Nasenrücken verlaufen, weist ein bedeu-tendes Stück altenglischer Bronzeplastik auf. Es handelt sich um den

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