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Masken in Mitteleuropa : volkskundliche Beiträge zur europäischen Maskenforschung ; anläßlich des sechzigjährigen Bestehens des Vereines für Volkskunde in Wien
Entstehung
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den Gebirgskamm nach dem Süden. Das geht wohl schon mehrereJahrtausende hindurch so, und Reste dieses halb und halb gesetz-mäßigen Wechsels haben sich an den verschiedensten Orten er-halten. Sie sagen jeweils örtlich kaum etwas über das Vor-kommen der gegengleichen Stoffgruppe aus. Die niederösterrei-chischen Tonmasken lassen sich also auch nicht als Zeugnisse fürältere örtlich übliche Holzmasken verwenden. An sich bestehtselbstverständlich die Möglichkeit, daß Holz- und Rindenmaskenvor, neben und nach den Tonmasken in unseren Landschaftenvorhanden waren. Sie mögen auch ganz die gleiche Gesichts-bildung wie die Tonmasken aufgewiesen haben. Wir können sienur aus diesen allein sicherlich nicht erschließen, und sollen dasProblem der Verwendung des Tones als Maskenmaterial durchderartige Untersuchungen nicht verkleinern.

Jedenfalls sind die Tonmasken nicht lebendig geblieben. Mitdem Ende des Altertums verlieren sie sich aus unserer Masken-geschichte. Die Gestalten, die hinter ihnen standen, die man sichmit Kalbsschnauze, Hornstummeln, gebleckter Zunge usw. vor-stellte, mögen deshalb aber nicht etwa auch verschwunden sein.Bei ihnen wird man am ehesten an ein reges Fortleben denkenkönnen.

Von diesem Fortleben der Masken in dem dunklen Zeitraum,, vom Abend zum Morgen" 187) wissen wir freilich nichts. DieMauterner Tonmasken werden zum Kulturbesitz der romani-sierten Kelten der Donaustädte gerechnet. Mit keltischem Masken-wesen möchte die provinzialrömische Archäologie wohl auch sonstgerne rechnen. Ich verweise vor allem auf die Bemühungen vonHedwig Kenner um die keltische Maskenplastik, wie sie dieseS. 31, Abb. 15. Es handelt sich um eine fragmentarische menschlicheMaske aus Ton, die im Schutt des Burghofes von Gutenberg- Balzersgefunden wurde. Das Stück wird im Roten Haus"( Haus Rheinberger)in Vaduz aufbewahrt. Dem Typus nach handelt es sich um ein nor-males, breites Menschengesicht.

135) Rudolf Kriss, Die religiöse Volkskunde Altbayerns. Dargestelltan den Wallfahrtsbräuchen. Baden bei Wien 1933. S. 127.

Die von Kriss herausgearbeitete klare Scheidung von Holz- undTonköpfen wird von Bauerreiß wieder vernachlässigt, der die Ergeb-nisse der Volkskunde nicht in sein Konzept einzuarbeiten vermag:

Romuald Bauerreiß Kirchengeschichte Bayerns. Bd. V, Das

XV. Jahrhundert. St. Ottilien 1955. S. 198.

136) Zur historischen Festlegung der Tonkopfurnen vgl. jetzt: Gis-lind Ritz, Der Votivfund von St. Corona- Altenkirchen( Bayerisches Jahr-buch für Volkskunde, Bd. 1954, S. 123-136).

137) Ich beziehe mich auf den Titel des zusammenfassenden Büch-leins von Franz Altheim, Gesicht vom Abend und Morgen. Von derAntike zum Mittelalter. Frankfurt/ M. und Hamburg, Fischer- Büche-rei, 1955.

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