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Masken in Mitteleuropa : volkskundliche Beiträge zur europäischen Maskenforschung ; anläßlich des sechzigjährigen Bestehens des Vereines für Volkskunde in Wien
Entstehung
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bei uns in Mitteleuropa herangezogen worden. Da hat sich aberschon vielfach die geschichtliche Betrachtung dazwischengeschaltetund die tatsächlichen Möglichkeiten solcher Verbindungen er-wogen, die vor einem Vierteljahrhundert noch kaum in Betrachtgezogen wordenwaren. Um diese historischen Verbindungs-möglichkeiten aber geht es eben jetzt und hier.

Wildtiermasken und Haustiermasken stehen also nebenein-ander, von uns aus läßt sich keine einfache wirtschaftsgeschicht-liche Gliederung vornehmen, die gleichzeitig auch eine stadialewäre. Vom Gegenwartsbestand ausgehend läßt sich vielleichtsagen, daß die Alpenländer die bereits genannten Tiermaskie-rungen in stärkerem Ausmaß kannten als andere: Vor allemfehlen die sonst vielgenannten Equidenmasken recht weitgehend.Pferde- und Eselmasken treten fast nur an den nichtalpinenRändern unseres Gebietes auf. Ich habe anläßlich der Moschen-dorfer Eselreitermaske auf die möglichen Zusammenhänge auf-merksam gemacht 106). Sie führen jedenfalls nicht in urgeschicht-liche, sondern wohl am ehesten in klassisch- antike Periodenzurück.

Damit sind wir bei der Gruppe von Arbeiten angelangt, diesich in engeren oder weiteren Zusammenhängen mit dem Masken-wesen Österreichs in der ganzen wichtigen Periode beschäftigen,die man allmählich auch historisch als Österreichisches Altertumbezeichnen sollte, die Periode vom Beginn der Eisenzeit bis zumAusgang der Mittelmeerantike 017). Die Fragen setzen mit derHallstattzeit ein. Das Hauptgewicht wird infolge der Fundeheute noch auf den illyrischen Osten des Landes gelegt. DieTotenmaske von Klein- Glein in Steiermark, die dem 7. vorchrist-lichen Jahrhundert zugeschrieben wird, bedeutet den markan-testen Gegenstand unseres Bereiches, zweifellos nicht zuletzt des-halb, weil es sich eben um eine Maskengestaltung nach mensch-lichem Antlitz handelt 018). Die Probleme dieser Totenmaskewerden immer wieder im Zusammenhang mit den anderen metal-lenen Totenmasken des europäischen Südosten behandelt, von denmykenischen Goldmasken im Süden bis zu deren provinziellen

106) Schmidt, Der Eselreiter von Moschendorf. Seine Stellung immitteleuropäischen Umzugsspiel und Maskenbrauch. Mit einer Ver-breitungskarte( Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, N. S. Bd. III,Wien 1949, S. 77 ff.).

107) Schmidt, Geschichte der österreichischen Volkskultur( DerTurm. Monatsschrift für österreichische Kultur, Bd. I, Nr. 12, Juli 1946,S. 392 ff.).

108) Walter Schmid, Die Fürstengräber von Klein- Glein in Steier-mark( Prähistorische Zeitschrift, Bd. XXIV, Berlin 1933 S. 219 ff.). RichardPittioni, Urgeschichte des österreichischen Raumes, S. 612 ff.

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