menarbeit mit dem Burgenländischen Landesmuseum systematischausgebaut und gestattete bald die erste Darstellung der weih-nachtlichen Vermummungen der Gestalten der Luzlfrau undBudelmutter dieses altartig verbliebenen Gebietes 75). Darausergaben sich weitere wichtige Ansätze, die für die Maskenkartendes im Werden begriffenen Atlas der burgenländischen Volks-kunde verwertet werden konnten 76).
Diese Wiener Tätigkeit hat auch weitergewirkt. Im stärkstenist dies bisher wohl in Steiermark zur Geltung gekommen, woLeopold Kretzenbacher die stets schon lebhaft betriebene steiri-sche Volksschauspielforschung weitgehend in unserer Richtungfortgesetzt hat und dabei auch zu sehr lebensvollen Darstellungendes Maskenbrauches und Maskenspieles gelangt ist 7). Die vonWien aus geschaffenen Veröffentlichungsmöglichkeiten für der-artige Arbeiten haben zu dieser Neuerschließung des steirischenVolksschauspiel- und Maskenwesens manches beigetragen. Auchhier wird aber die geschichtliche Vertiefungsmöglichkeit dieserForschung zu den besonderen Gewinnen der gegenwärtigenArbeitsrichtung gehören 78).
Für alle diese Landschaften wird diese geschichtliche Ver-tiefungsmöglichkeit neben der Auswertung der archivalischenQuellen besonders in der erneuten Interpretation der älterenBildquellen bestehen. Einen wichtigen Ansatz in dieser Hinsichthat Oskar Moser für Kärnten geleistet 79). Auf Grund meinerStudien zu den älteren Wort- und Bildquellen der Gebärden-
75) Leopold Schmidt, Berchtengestalten im Burgenland. Mit einerVerbreitungskarte( Burgenländische Heimatblätter, Bd. XIII, Eisen-stadt 1951, S. 129 ff.).
Leopold Schmidt, Zu den Berchtengestalten des Burgenlandes.Materialnachlese, Motivbeziehungen, Problemvorschau( BurgenländischeHeimatblätter, Bd. XIV, Eisenstadt 1952, S. 122 ff. und 170 ff.).
76) Außer der oben Anmerkung 75 erwähnten Karte der Berchten-gestalten ergaben vor allem die Fragen über das Blochziehen und überdie Faschingsnarren weiteres Maskenmaterial.
77) Vgl. besonders: Leopold Kretzenbacher, Lebendiges Volks-schauspiel in Steiermark(= Österreichische Volkskultur. Forschungenzur Volkskunde Bd. VI). Wien 1951.
78) Leopold Kretzenbacher, Zur Frühgeschichte der Masken inSteiermark( Zeitschrift des Historischen Vereins für Steiermark,Bd. XLVI, Graz 1955, S. 235-260).
79) Oskar Moser, Zur Geschichte und Kenntnis der volkstümlichenGebärden( Carinthia I, Jg. 144, Klagenfurt 1954, S. 735 ff.).
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