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Masken in Mitteleuropa : volkskundliche Beiträge zur europäischen Maskenforschung ; anläßlich des sechzigjährigen Bestehens des Vereines für Volkskunde in Wien
Entstehung
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fraglichen Zusammenstellungen, welche zu voreilig und ohnetieferes Eindringen in die Vergleichsmaterien zustandegekommenscheinen. Die Auseinandersetzung mit den Fragen des Totemis-mus, der Hirtenkultur 34) usw. berührt immer wieder ethnologisch,nicht wirklich volkskundlich. Man merkt den Mangel an echterUntersuchung, das Fehlen eines tieferen Verhältnisses zumBrauchgegenstand. Über hundert Masken hingen schon damals indem von Haberlandt mitbetreuten Museum, aber ihr Eigengewichtwird in seinen Ausführungen nicht spürbar. Das ist auch später-hin so geblieben. Die wörterbuchartige Zusammenstellung einesTeiles der österreichischen Volkskultur, die Haberlandt 1953herausgegeben hat, bringt leider kein Stichwort Maske, sondernnur im Artikel, Bäuerlicher Lebenskreis" Hinweise auf Einzel-heiten 35).

Eine dritte Richtung begann sich inzwischen bei weitem aus-führlicher und fruchtbarer mit dem Maskenwesen zu beschäftigen.Rudolf Much griff innerhalb der germanischen Altertumskundebei seiner hingebungsvollen Interpretation der Germania" desTacitus ausführlich auf den von den Kulturwissenschaften bei-gebrachten Vergleichsstoff aus 36). Much kam, schon als Sohn desgroßen Prähistorikers Matthäus Much, auch aus dem Kreis derAnthropologischen Gesellschaft, hatte auch die Einwirkungen vonLeopold von Schroeder erfahren und stand auch der Volkskundefreundlich aufgeschlossen gegenüber, wenn auch mit der Zurück-haltung, die die Wiener Germanistik jahrzehntelang auszeichnete.Persönlich stand ihm der Kreis Wilhelm Heins und das Wesen vonMarie Andree- Eysn näher als die Leitung des Museums fürVolkskunde 37). Von diesen Persönlichkeiten her kannte Much

34) Haberlandt, ebendort, passim. Die Einzelfehler dieser Darstel-lung machen den Gesamteindruck noch fataler. Man nehme nur einenSatz wie S. 630: Die, Habergeiß wird in Niederösterreich dreibeinigwie die Böcke an Thors Wagen dargestellt", was eine unglaublicheFlüchtigkeit in der Heranziehung der nordischen Mythologie bedeutet.35) Arthur Haberlandt, Taschenwörterbuch der Volkskunde Öster-reichs. Wien 1953. S. 16.

36) Die Germania des Tacitus, erläutert von Rudolf Much+( Germanische Bibliothek, I. Abteilung, V. Reihe, 3. Bd.). Heidel-berg 1937.

37) Much hat beispielsweise auch zu der Andree- Eysn- Festschriftbeigetragen: Die nordischen Fabelvölker bei Mela und Tacitus( Fest-schrift für Marie Andree- Eysn. Beiträge zur Volks- und Völkerkunde,herausgegeben von J. M. Ritz und A. Spamer. München 1928. S. 93 ff.).Vgl. im übrigen:

Verzeichnis der Schriften von Rudolf Much. Als Festgabe zu seinemsiebzigsten Geburtstag dargebracht von Freunden, Kollegen undSchülern. Wien 1932.

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