Druckschrift 
Masken in Mitteleuropa : volkskundliche Beiträge zur europäischen Maskenforschung ; anläßlich des sechzigjährigen Bestehens des Vereines für Volkskunde in Wien
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 
  

würdiger Ersatz geschaffen wäre" 20). Ich weiß nicht, ob diese Artvon Würdigung der Leistung Heius und der Stellung der WienerMuseen gerecht wird. Schließlich wurden auf diese Weise wich-tige und anschauliche Zeugnisse des österreichischen Masken-wesens dorthin geschafft, wo sie repräsentativ am Platz warenund immer wieder die Forschung anregen konnten. Marie Andree-Eysn regte zur gleichen Zeit die Sammeltätigkeit des SalzburgerMuseums an und legte damit den Grund für dessen stattlicheMaskensammlung. Von ihren eigenen Erwerbungen kam nurwenig nach Wien, der bei weitem größte Teil gelangte späterhinnach Berlin, an die Trachtensammlung des Vereines für Volks-kunde, aus der späterhin das Museum für deutsche Volkskundehervorging. Mit diesem Museum ist die ganze kostbare Sammlungösterreichischer Masken in Berlin 1945 zugrundegegangen, ohnedaß sie vorher jemals richtig zur Geltung gekommen oder unter-sucht und veröffentlicht worden wären 21). Auch die anderen un-gefähr in dieser Zeit in deutsche Museen gelangten österreichi-schen Masken sind ja bisher kaum richtig gewürdigt worden.Dabei ist gerade aus Tirol dann gewerbsmäßig ausgeführtworden, vor allem von Karl Wohlgemuth in Bozen 22). Von diesendeutschen Erwerbungen sind die des Germanischen National-museums in Nürnberg die namhaftesten geblieben, die durchHilde Emmel auch wenigstens eine vorläufige Veröffentlichungerfahren haben 23).

Die österreichische Maskensammlungsgeschichte hatte inzwi-schen eine bedeutsame Wendung genommen. Wilhelm. Hein hattezusammen mit seinem Kollegen Michael Haberlandt vom Natur-historischen Museum den Verein für Volkskunde gegründet, derselbständig neben der Anthropologischen Gesellschaft zu arbeitengedachte, und vor allem ein eigenes Museum zu schaffen beab-sichtigte, das auch bereits 1896 gegründet wurde 24). Zu den

20) Dörrer, wie Anmerkung 11, S. 353.

21) Vgl. Heinrich Zimmermann, Die Berliner Museen. Berlin 1953.S. 142 ff.

22) Vgl. Karl Wohlgemuth, Selbstbiographie( 1867-1933)( Jahrbuchfür Geschichte, Kultur und Kunst, 1931/34, Bozen 1934). Der Umfang derWohlgemuthschen Ausverkäufe läßt sich zum Teil noch durch die Kon-trolle der Jahresberichte der deutschen Museen feststellen, was gele-gentlich auch durchgeführt werden soli.

23) Emmel, wie Anmerkung 3. Vgl. jetzt auch die ausgezeichneteAbbildung einer wichtigen Maske bei Erich Meyer- Heisig, DeutscheVolkskunst. Mit einem Geleitwort von Ludwig Grote. München 1954.Abb. 80.

24) Vgl. Michael Haberlandt, Meine Lebensarbeit( Wiener Zeit-schrift für Volkskunde, Bd. XLV, 1940, S. 66 ff.).

9