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Masken in Mitteleuropa : volkskundliche Beiträge zur europäischen Maskenforschung ; anläßlich des sechzigjährigen Bestehens des Vereines für Volkskunde in Wien
Entstehung
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der österreichischen Volkskunde bereits gegeben und kann michdaher hier darauf berufen*).

Die Maskenforschung entstammt der Aufklärungszeit, diegroßen Topographen und Reisenden haben, zumal in Salzburg,den Grund dafür gelegt, und bei manchen Erscheinungen ist manüber die eingehenden Beschreibungen von Lorenz Hübner 8) odervon Friedrich Franz Joseph Graf von Spaur) die längste Zeitnicht hinausgekommen. Die Wiener Romantik hat durch FranzZiska, den Hauptmitarbeiter des Volksliedsammlers Julius MaxSchottky, einen bedeutsamen Beitrag geleistet 10). Dörrer verweistdarauf, daß Ziska bei seiner Aufzeichnung des Hudlerlaufens"in der Umgebung von Hall in Tirol 1819 von Alois Primisserangeregt worden sei ¹¹). Die Jahrzahl 1819 allein schon verweistallerdings darauf, daß es sich um das historische Jahr der Sonn-leithner- Sammlung handelt, und daß die frühgermanistischenAnregungen also wohl nur von untergeordneter Bedeutung ge-wesen sein können 12). Ziskas Beschreibung selbst hat erst wiederBedeutung erlangt, als sie Wilhelm Hein achtzig Jahre späterwiederabdruckte und seine eigenen Aufzeichnungen des gleichenBrauches dazustellte 18). Das mittlere 19. Jahrhundert hat für dasGebiet nur wenig geleistet. Die romanhafte Schilderung desImster Schemenlaufens durch Carl Spindler zählt für Tirol zumwichtigsten Bestand 14). Die großen Gautopographen von Salz-burg, besonders Ignaz von Kürsinger, haben die Tendenzen ausdem Zeitalter des Zentralismus fortgesetzt. Seine Beschreibungder Pinzgauer Perchten von 1841 gehört zum klassischen Bestandunserer Maskenbeschreibung 15).

7) Schmidt, Geschichte der österreichischen Volkskunde(= Buch-reihe der Österreichischen Zeitschrift für Volkskunde, N. S. Bd. II).Wien 1951.

8) Hübner, Beschreibung des Erzstiftes und ReichsfürstentumesSalzburg in Hinsicht auf Topographie und Statistik. Salzburg 1796-99.Bd. I, S. 387 f.

9)( Spaur), Reise durch Oberdeutschland, In Briefen an einen ver-trauten Freund. Salzburg 1800-1805. S. 243 ff.

10) Ziska, Das Hudlerlaufen in Tirol( Wöchentliche Nachrichten derFreunde der Geschichte, Kunst und Gelahrtheit des Mittelalters, Bd. IV,Breslau 1819, S. 69-71).

11) Dörrer, Tiroler Fasnacht innerhalb der alpenländischen Winter-und Vorfühlingsbräuche(= Österreichische Volkskultur. Forschungenzur Volkskunde Bd. 5). Wien 1949, S. 353.

12) Vgl. dazu S. M. Prem, Geschichte der neueren deutschen Lite-ratur in Tirol. 1. Abt. Innsbruck 1922. S. 36, Anm. 2.

13) Wilhelm Hein, Das Huttlerlaufen( Zeitschrift des Vereins fürVolkskunde Bd. IX, Berlin 1899, S. 109 ff.).

14) Dörrer, wie Anmerkung 11, S. 262 f.

15) Ignaz von Kürsinger, Der Oberpinzgau. Salzburg 1841.