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Schloßmuseum Gobelsburg : Katalog
Entstehung
Seite
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RAUM XII

3. Betten und Bettaufsätze

356. Egerländer Himmelbett. Weichholz, reich auf grün- blauem Grund mitEmpiremotiven bemalt. Kopfaufsatz zeigt oben die Dreifaltigkeit, die PersonenGottvater und Gottsohn sitzen auf einer Wolkenbank. Fußteil in 2 Felder geglie-dert, mit je einem spazierenden Paar, offenbar Braut- bzw. Ehepaare in Empire-kleidung, das Paar links mit rotem Schirm. Darüber Aufsatz mit sitzendem Jesus-kind mit Kreuz in der Hand, in Blumenkranz, links und rechts davon, stilisierteHäuser in Landschaft. Auf den Seitenteilen je 2 langrechteckige Felder und 1 un-gefähr quadratisches Mittelfeld. In den Seitenfeldern Blütensprossen, in den Mit-telfeldern je eine halbentblößte, sitzende Frau, die eine durch die Äpfel als Flora,die andere durch Vögel als Fauna gekennzeichnet. Der Betthimmel enthält immassiv gebauten Kranz ein Mittelfeld mit einem großen Kruzifix in grüner Rah-mung, davor kniend die hl. Maria Magdalena. Das Bett ist wohl um 1810, ver-mutlich direkt in Eger, gearbeitet worden. Der stark zerstörte Himmel 1966 vonRestaurator Martin Kupf wiederhergestellt.Inv.-Nr. 31.340

h= 175, 1175, b= 125 cm

Der Himmel: 1= 136, b76,5 cm

( Abb. 41)

357. Südtiroler Himmelbett. Weichholz, mit Hartholzeinlagen. Lisenen ge-schnitzt, sonst an allen Teilen kleine Einlegearbeiten. Der Betthimmel besteht ausdem massiv gebauten Kranz und dem Mittelteil, der in 4 Felder gegliedert ist. Sieenthalten je ein eingelegtes Rankenmotiv. Auf dem Kranz in den Ecken je einAdler, in der Mitte je ein Ornament eingelegt. Auf dem Kopfteil ein Aufsatz miteinem Rankengeschlinge, das ein Kreuz enthält, worüber ein Herz angebracht ist.Ganz oben ein Rundmedaillon mit aufgemalten Buchstaben V W"; vielleichtsekundär. Auf den Seitenteilen je ein Doppeladler eingelegt zwischen 2 Ornamen-ten links und rechts davon. Erworben in Bozen. Vermutlich um 1650 gearbeitet.h= 198, 1210, b= 135 cm

Inv.-Nr. 39.367

358. Pinzgauer Aufsatzbett. Reich geschnitztes, blankes Weichholzmöbel inder bezeichnenden Pinzgauer Art. Alle Teile mit aufgesetzten Schnitzereien ver-ziert, die Konturen reich profiliert. Der Aufsatz mit eingesenkter Füllung, darindas Jesusmonogramm IHS mit Nagelkreuz. Über der Füllung die Jahreszahl 1731,links und rechts davon die Buchstaben G und E. Vermutlich in Saalfelden imPinzgau, Salzburg, gearbeitet. Die Jahreszahl anscheinend 1731, doch so verziertgeschnitzt, daß auch 1751 möglich wäre.Inv.-Nr. 39.377

h= 168,1= 184, b= 117 cm

Lit.: Schmidt, Bauernmöbel( 1967), Abb. 120.

359. Oberösterreichisches Aufsatzbett. Weichholzmöbel, reich bemalt.Auf dem Aufsatz des Kopfteiles Kupferstich der Hl. Dreifaltigkeit. Rot- weißeMarmorierung in ausgeprägter Umrahmung. Fußteil kräftig geschnitzt und miteiner stilisierten Stadtansicht bemalt, zwischen reichem Blumendekor. Auf denSeitenteilen in liegenden Rautenfeldern Turmarchitektur mit betonten Vögeln, sonstBlumendekor. Dat. 1809. Erworben in Salzburg, aber doch wohl oberösterrei-chischer Herkunft.

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h= 175,5,121,5, b= 168,5 cm

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Inv.-Nr. 39.414