der erste Krügelmacher schon 1721 genannt, ein gewisser Tobias Dorner. In seiner Ver-wandtschaft folgten die Seelenhofer und Haberler. Schließlich trat besonders der Leo-bersdorfer Matthias Hauer hervor. Seine Witwe Magdalena, für die Hauer eigene Krü-gel geschaffen hatte, heiratete nach dessen Tod den Gutenbrunner Franz Knilly, der dieWerkstatt bis 1846 weiterführte. In diesen und den anderen Werkstätten im Landewurden vielfach Krügel für bestimmte landeseigentümliche Berufe geschaffen, beson-ders für die Weinhauer und für die Pecher. Diese Krügel sind auch häufig mit derenDarstellung oder zumindest ihren Sinnbildern versehen. In Brunn am Steinfeld arbeitenungefähr zur gleichen Zeit die Krügelmacher Johann Krauß, Joseph Seelenhofer, JakobNeufellner und schließlich Johann Sponer, der sich von 1820 bis 1854 verfolgen läßt.In Steinabrückl arbeiteten dagegen Leopold Erlacher, Franz Pacher, später JosephPodhradsky und gegen die Mitte des 19. Jahrhunderts zu dessen Sohn. Die Arbeitendieser Werkstatt sind gut bekannt, da sich von dort sogar ein Heft mit gezeichnetenVorlagen erhalten hat. Verwandtschaftliche Beziehungen haben diese Orte mehrfachmit Leobersdorf verbunden. Dort wirkte vermutlich schon vor 1736 der Hafner JohannMichael Moser, der dann nach Salzburg ging und die ganze jüngere Salzburger Majolikades 18. Jahrhunderts wesentlich beeinflußte. In Leobersdorf waren als seine NachfolgerFranz Schlichtinger und Matthias Schuller tätig. Sie haben unter anderem das von denanderen Krügelmachern kaum verwendete Rot als Hauptfarbe eingeführt und sind dem-entsprechend als„, Rotmaler" bekannt geblieben.
Familiengeschichtlich ist bemerkenswert, daß der Krügelmacher Johann MatthiasHauer, der um 1830 in Leobersdorf und später in Fischau lebte und wirkte, fast namen-gleich mit dem aus Wiener Neustadt stammenden Komponisten Josef Matthias Hauer,dem Schöpfer des Zwölftonsystems, ist, der die Musik des 20. Jahrhunderts so wesent-lich mitgestaltet hat.
Die niederösterreichischen Majolikahafner haben nicht nur Krüge, sondern auchviele andere Gebrauchsgegenstände geschaffen. Es handelt sich besonders um Uhrstän-der, Hauszeichen, Obstschalen, Zuckerdosen und Tintenzeuge. Ein großer Teil dieserkleinen Majolikageräte und-gefäße stellt Übernahmen aus dem Themen- und Gestal-tungsbereich des Porzellans dar. Mit dem Einsetzen der fabrikmäßigen Herstellung vonkeramischen Erzeugnissen haben die Werkstätten in Niederösterreich rasch an Bedeu-tung verloren. Etwa um 1860 war die ungefähr zwei Jahrhunderte hindurch bedeutendeVolksmajolika praktisch zu Ende.
Vitrine 1:
137. U hrständer, standuhrartiger Kasten mit 2 vorgezogenen Säulchen, braun-gelb marmoriert. Als Reliefauflagen Weinranken aus Blumenkörbchen, MariaImmaculata, Rosetten, Bäumchen mit Vogel im Wipfel. Erworben in Nordtirol,um 1820.OMV 25.161
h
= 20 cm
( Abb. 17)
138. U hrständer, standuhrartiger Kasten Louis XVI., braun, gelb und grün gla-siert. Als Reliefauflagen Männer- und Engelköpfe. Italienisch, um 1780.h= 15 cm
OMV 46.019
139. U hrständer. Aufbau auf prismatischem Sockel mit eingezogenem Mittelteil,das an der Vorderseite als Relief 2 mit einem Löwen spielende Knaben unter einemKelch zeigt. Darüber eigentliches Uhrgehäuse, ungefähr tempelförmig mit je
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