Lit.: Zu den Weihwasserbehältern aus Gmunden, von denen sehr viele gesammelt sind,vgl. F. H. König, Alt- Gmundner Fayencen. Linz 1964. S. 105.
132. Kinderkrüglein mit Henkel, Mundsaum und leichtem Schnabel. Mit violet-ter Blume, gelbgrünen Blättchen. Gmunden, um 1800.OMV 17.655
h= 7 cm
133. Henkelkrug mit Zinndeckel, Birnform mit weitem Hals. Auf weißem Grundblau marmoriert. Gmunden, um 1700.OMV 28.823
h= 19 cm
134. Henkelkrug mit Schnabelausguß, mit Zinndeckel. Vorn die hl. Familie aufder Flucht nach Ägypten, auf gelber Holzbrücke über blaues Wasser reitend. Unterdem Henkel dat. 1754. Gmunden.OMV 25.828
h= 24,5 cm
( Abb. 16)
135. Henkelkrug mit Zinndeckel. Wandung viermal eingezogen, leicht reliefiert.In großer ornamentaler Kartusche vorn stehend hl. Elisabeth mit halbnacktemBettler. Auf dem Deckel Relief: Adam und Eva unter dem Paradiesesbaum, dat.1774. Gmunden(?). Auf dem Boden große blasse Signatur„ S"( also Salzburg),mit Tinte darübergeschrieben„, L S G".OMV 11.436
h= 27 cm
136. Henkelkrug mit Zinndeckel. Bunt, vorwiegend schwarzblau bemalt mithl. Michael als Teufelsbekämpfer. Unter dem Henkel bezeichnet„, Michel SchwartzlMilner 1782". Vielleicht Vorchdorf, OO.OMV 28.909
RAUM IV
,, Apollo- Zimmer". Decke mit Stuckrelief: Apollo, auf einem Wagen von vier Pfer-den über Wolken gezogen, ringsum Chor von spielenden Genien. Stuckierte Sopraportenmit spielenden Putten; in den Fensterlaibungen verschiedene Architekturdarstellungen.In der Ecke brauner Kachelofen mit weißen Ornamenten und eingerollten Steinvoluten,oben das Wappen des Stiftes Zwettl von zwei Putten gehalten; darüber schwarzerAdler. In der anderen Ecke Aufsatz eines Ladenkastens, in der Mittelnische barockeSkulptur des hl. Johannes von Nepomuk, 18. Jahrhundert.
Volksmajolika aus Niederösterreich
( Abb. 2)
Der Saal enthält ausgewählte Zeugnisse für die auf dem Lande in Niederösterreichhergestellte Majolika, die bei weitem weniger bekannt ist als die Oberösterreichs undSalzburgs. Im 17. Jahrhundert lag Niederösterreich im Bereich der Einfuhr des Wieder-täufer- Geschirres. Um 1700 dagegen waren bereits eigene Werkstätten im Lande vor-handen, und um 1800 dürften es weit über 30 gewesen sein. Die darin beschäftigten,, Weißgeschirrhafner" und„ Krügelmacher" waren vielfach untereinander verwandt,woraus sich die Übertragung bestimmter Formen und Farben ergab. Ein großer Teil derHerstellung spielte sich auf dem Steinfeld ab und in den angrenzenden Fischauer Vor-alpen, bedingt durch das dortige Vorkommen eines guten Tons. In Fischau selbst wird
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