Vorwort
Das Österreichische Museum für Volkskunde hat diese seine Außenstelle, dasSchloßmuseum Gobelsburg, auf Wunsch des Stiftes Zwettl und im Auftrag des Bundes-ministeriums für Wissenschaft und Forschung erstellt. Die Anregung dazu ging von demAdministrator des Zwettler Stiftsgutes Gobelsburg, hw. Herrn Geistl. Rat P. BertrandBaumann O. Cist., aus, der sich mit Energie und Begeisterung für eine museale Ver-wendung der schönen Räume eingesetzt und die Herstellungs- und Aufstellungsarbeitenin jeder Weise gefördert hat. Die erste Aufstellung konnte 1966 der Öffentlichkeit über-geben werden.
In den Jahren danach hat das Museum ungefähr jedes zweite Jahr eine Ausstel-lung in Gobelsburg erstellt, zu jeder auch einen Katalog vorgelegt, und durch dieseMaßnahmen Gobelsburg bald bekannt gemacht. Als 1968 die zweite Auflage des Kata-loges der Sammlung Altösterreichische Volksmajolika erschien, fanden sich bereits jedenSommer ungefähr 8000 bis 10.000 Besucher ein. 1972 wurden dann die inzwischen auchnoch restaurierten Räume im Nordtrakt des Schlosses durch die Bauernmöbel- Ausstel-lung fest in den Gesamtverband des Schloßmuseums einbezogen. Da es sich erwies, daßgerade diese Möbelausstellung viele Besucher anzog, wurde sie mit den bisher aufge-stellten Teilen des Schloßmuseums zu einem Ganzen zusammengefügt. In dieser Form,die räumlich den ganzen Oberstock des Schlosses erfüllt, ist das Museum nicht mehrauf Sonderausstellungen angewiesen, sondern kann mit der Fülle des ausgestellten Mate-riales vor allem auf den Gebieten der Keramik und des Möbels nunmehr ein geschlos-senes Museum darstellen. In diesem Sinn ist nunmehr 1974 auch der Gesamtkatalogerstellt worden. Er umfaßt die bisherigen Katalogtexte, aber in erweiterter und ver-besserter Form. Bei allen Bestimmungen der Objekte wurde der letzte Stand einge-arbeitet, wie er sich im Hauptinventar des Museums spiegelt.
Der Katalog umfaßt alle ausgestellten Objekte, und obwohl diese den ganzenOberstock des Schlosses zu füllen scheinen, handelt es sich doch nur um knapp450 Gegenstände. Wenn man bedenkt, daß das Österreichische Museum für Volkskundeüber ungefähr 75.000 Objekte verfügt, wird man vielleicht ermessen können, in wel-chem Verhältnis eine derartige Expositur eigentlich zum Stammhaus steht: Es zeigtgewissermaßen eine Schauseite des Museums, eine einzige große Vitrine. Was in diesehineingestellt wird, das ergibt sich aus der Sammel- und Bearbeitungstätigkeit imStammhaus. Eine Expositur wie diese kann immer nur das Ergebnis der jahre- und jahr-zehntelangen Vorarbeit in einem zentralen Stammhaus sein.
Davon brauchen die sommerlichen Besucher nichts zu wissen. Was sie interessierenkönnte, sollen sie aus den Beschriftungen und aus dem Katalog erfahren. Der Katalogist deshalb auch auf Benützung sowohl durch Besucher des Schloßmuseums wie durchentferntere Benützer angelegt, mit Literaturangaben versehen und mit Registern aus-gestattet. Das Namenregister umfaßt jene Personennamen, die von den Objekten abzu-lesen sind. Das Ortsregister weist die Herkunft der Objekte auf, soweit sich diese hatfeststellen lassen. Das Chronologische Register versucht anhand der datierten Objektevorzuführen, aus welchem Zeitraum die Stücke stammen. Es ergibt sich hier, wie so oftim Bereich der Volkskunde, daß es sich um die Frühe Neuzeit handelt, vor allem um
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