kantig bearbeiteten Balken, noch mitunter schrägkantige Lagerungen der Pfetten vor.Zugleich sollte man in dieser ganzen Gruppe der Blockpfettendächer mehr Gewicht undeine größere Präzision auf bestimmte Gefügeunterschiede legen, als dies bisher der Fallwar 19. Dies gilt insbesondere für die Ansbalkenzimmerung( B/ I/ 1), diegrundsätzlich von der Außenwandzimmerung im Blockbau herzuleiten ist und die dahervon den Längswänden des Gebäudes zum Dachfirst hin vorschreitet, der dadurch sowohlin seiner Funktion wie in seiner Gefügeart offensichtlich determiniert wird( siehe Abb. 2,Fig. 1-3). Auf diese Art können beispielsweise Dächer mit verdoppelten, d. h. horizon-talparallelen Firstpfetten wie im Arlberggebiet, aber auch solche ohne ausgeprägte First-pfetten wie bei manchen Almhütten und Feldscheunen in den Alpenländern entstehen.
Die Blockpfettenzimmerung( B/ I/ 2-3) im engeren Sinne dagegen hatihren Ursprung aus mittlings eingebundenen Blockverbänden genommen, den Längs-zwischenwänden und eigens aufgeführten sogenannten Kegel- oder Trümmerwänden,und läßt als solche mit First-, Mittel- und Fußpfetten bereits deutlich die Anordnung derDachbalken oder Pfetten nach dem System der Gebinde von Ständerpfettendächern( B/ III) erkennen 20. Bei allen Blockpfettendächern ist wiederum die Verwendung unbe-hauener wie auch behauener Pfettenhölzer möglich( siehe Abb. 2).
In einer dritten Untergruppe wären sodann jene gemischten Dachgerüstformen als,, Blockständerpfettendächer" zusammenzufassen, bei denen die Blockbau-technik mit der Ständerbautechnik kombiniert vorkommt. Solchen gemischten Dachauf-bauten begegnet man bei Bauernhäusern schon deswegen gar nicht so selten, weil diesevielfach nur schrittweise ausgebaut oder auch häufig umgebaut wurden, so daß der ansich gewiß sehr wichtige bautechnische Einwand, daß sich nämlich Block- und Ständer-bau wegen der ganz verschiedenen Setzmaße nicht ohne weiteres miteinander verbindenlassen, eben nicht immer stichhältig sein muß 21. Tatsächlich finden wir besonders beialpinen Hausbauten vielfach Blockgiebelwände außen, denen im Innern des HausesStändergebinde entsprechen( siehe Abb. 2, Fig. 5 B).
Nicht nur aus hausbaugeographischen Gründen sollte man ferner Dächer mit un-mittelbar in Steingewände eingebundenen oder auf Mauerpfeiler oder sonstige Stein-lagen gesetzten Dachbalken( Pfetten) zu einer eigenen und gesonderten Gruppe vonMauerpfettendächern( B/ II) zusammenfassen. Über deren weitere und sichernotwendige Differenzierung beispielsweise nach dem Bestandsmaterial in den ver-schiedenen Hauslandschaften der Südalpen( Vicentinische und Bergamasker Alpen, Süd-tirol, Bündner Südtäler, Tessin, Wallis) ist hier nicht weiter abzuhandeln( sieheAbb. 3).
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Zu einer großen und für uns sehr wichtigen Untergruppe fügen sich sodann dieStänderpfettendächer( B/ III) zusammen. Auch bei ihnen wird man- wieübrigens bereits bisher geschehen- nach der Art der die Pfetten tragenden Ständer undAuflager mindestens drei Untergruppen unterscheiden, je nachdem ob die tragendenStänderwerke: 1. durchgehende Hochsäulen nach Art der schweizerischen Hochstüde,Schwarzwälder Firstsäulen oder bairischen Firstsäulen, 2. verkürzte Stiele, Säulenstückeoder-stöcke nach Art der bairischen ,, Stuhlsäulen" und 3. Ständergebinde darstellen, bei
19 Leider ist selbst das grundlegende Darstellungswerk von Phleps, Hermann: DerBlockbau, Karlsruhe( 1942), hinsichtlich der angewendeten Fachterminologie nicht durchwegskonsequent und einheitlich."- Zum Unterschied zwischen„, Ansdach" und„, Ansrofendach" siehejetzt Hähnel, Joachim: Stube.- Wort- und sachgeschichtliche Beiträge zur histor. Haus-forschung(= Schriften d. Volkskundl. Kommission d. Landschaftsverbandes Westfalen- Lippe 21),Münster i. W. 1975, S. 397 f.
20 Siehe dazu Phleps, Hermann: Der Blockbau, Karlsruhe( 1942), S. 118 f. mitAbb. 165/166.21 Phleps, Hermann: Der Blockbau, S. 117 und 120, Abb. 166/167.
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