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Das Pfettenstuhldach : eine Dachbauweise im östlichen alpinen Übergangsbereich
Entstehung
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2. nach den Auflagern, Stützen oder Trägern der Dachbalkenund ihrer konstruktiven Eigenart;

3. nach sonstigen konstruktiven Einzelkriterien.

Geht man in dieser Weise vor, so ergibt sich uns schon nach dem ersten Unterschei-dungskriterium eine Unterteilung der Dachbauweisen in zwei grundverschiedene Dach-bauarten je nach der Lagerung der Dachbalken, seien diese nun einfache Rundhölzeroder behauene, kantrecht bearbeitete Balken. Beide können nämlich wieder auf ganzverschiedene Art gelagert sein, und zwar können sie:

a) in naturgewachsene Auflager nach vorhandwerklicher Art frei aufgelegt;b) in zugerichtete Auflager nach handwerklicher Art frei und schräg-kantig eingelegt oder

c) in besonders zugerichtete Auflager eingehälst" sein.

Dazu siehe Abbildung 1.

Dachbalken mit dieser Art von Auflagern bezeichnen wir innerhalb der Dachgerüst-teile am besten als Jochbalken 17a und unterscheiden sie so auch terminologisch ein-deutig von einer weiteren, großen Gruppe von längsgerichteten, tragenden Dach-balken, die

d) drehfest ,, a bgebunden" und zugleich kantrecht gelagert sindund die wir grundsätzlich mit dem terminus technicus Pfette bezeichnen 18.

Daraus ergibt sich nunmehr als erste Gruppe von Dachbauweisen, die der alter-tümlichen und vielfach noch vorhandwerklichen Jochbalkendächer( A/ 1-3)( siehe Abb. 1), von denen man grundsätzlich die Pfettendächer( B/ I- IV) unter-scheiden wird müssen, deren vorwiegend kantrecht bearbeitete oder mitunter auch nochrundwälzig belassene Dachbalken jedenfalls fest abgebunden und winkelrecht ein-oder aufgezimmert sind. Unter diesen Pfettendächern wird man sodann nach den vor-stehenden Unterscheidungskriterien, Punkt 2, je nach der Art der Stützen oder Trägerfür die Pfetten weiter zu unterscheiden haben: zunächst als eine Art Übergangsform diewichtige, gleichfalls altertümliche Gruppe der Blockpfettendächer( B/ I)( Abb. 2).

Bei dieser sind die Dachbalken nicht mehr frei eingelegt oder aufgehälst", sondernbereits fest in die Blockwände eingezimmert; gleichwohl kommen bei ihr, vor allem bei

17a Genau besehen, handelt es sich bei den Jochbalken" dieser Dachgefüge um ,, eingejochteLagerbalken", die längsgerichtet und firstbestimmend sind und in der Regel in Gabelungen vonPfosten, Stielen oder jochartigen Krummsäulen- bzw. Scherengebinden frei, d. h. ohne Abbindunglagern. Sie wären demnach genauer noch als Gabeljochbalken" zu bezeichnen. Dieswürde sich jedoch nur dann als notwendig erweisen, wenn der Terminus ,, Jochbalken" noch ernst-haft mißverstanden werden könnte, z. B. in Zusammenhang mit dem bekannten friesisch- nieder-ländischen Jochbalkengefüge" der Gulfhäuser, wo es sich jedoch um Querbalken im Haus-gerüst, nicht im Dachgerüst handelt. Allerdings zeigen sich gerade bei diesen Dachbalken" auchgewisse terminologische Unsicherheiten, worauf Joachim Hähnel neuerdings hinweist.( Vgl.Hähnel, J.: Literaturbericht zur Hauskunde 1961-1967. In: Rhein.- westfäl. Zs. f. Volks-kunde 16, 1969, S. 37.)

18 Neuerdings möchte Torsten Gebhard gerade diesen Terminus Pfette" eliminieren, wenner sagt: Das Wort Pfette ist erst im 19. Jahrhundert aus dem Mitteldeutschen in die Sprache desoberdeutschen Bauhandwerks eingedrungen. Der Begriff der Pfette war dem Bairischen völligfremd." Siehe Gebhard, Torsten: Alpenländische Dachformen( wie Anm. 10), S. 140; TorstenGebhard möchte ihn durch das bairische ,, Spange" ersetzen; ebenda, S. 142, schlägt er hingegenvor: ,, Wir wollen in Zukunft den Begriff Pfette möglichst vermeiden und von Firstbaum undTraufbaum sprechen und für die übrigen Pfettenhölzer den Begriff Dachbäume verwenden."Mir scheint gerade eine solche Einengung auf einen bestimmten Dialektbereich im Sinne des zuBeginn dieses Abschnittes Gesagten weniger empfehlenswert.

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