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Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumserscheinungen im griechischen Jahreslauf und ihre Beziehungen zum Volkstheater : theaterwissenschaftlich-volkskundliche Querschnittstudien zur südbalkan-mediterranen Volkskultur
Entstehung
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chisch- antik) nicht genügen und versucht, ausgehend vom Zyklus der Akriteischen Lie-der, 15 eine Entwicklung von der späthellenistischen Tragödie zur Volkspoesie nachzu-zeichnen. Die von den Chorführern während der pantomimischen und getanzten Vor-stellungen gesungenen kleinen Stücke( Monologe, kurze Szenen aus Tragödien usw.)wurden auch von Schreibern minderer Qualität verfaßt und waren sehr volkstümlich.Diese epikolyrischen Lieder mit dramatischem Einschlag seien auch am Markt, bei Sym-posien und Hochzeiten gesungen worden, ja sogar in die Kirche eingedrungen. In Motivund Form entsprechen diese Lieder den byzantinischen und neugriechischen Paralogien( Balladen). Aus späthellenistischer Zeit ist kein einziges Zeugnis dieser Tragöden- Liedererhalten.16

Auf eine konkretere Basis stellt K. Romaios diesen Denkansatz.17 Er stellt beimehreren Liedern des Akritas- Zyklus und bei Kleftenliedern Reste einer szenischenStruktur fest 18 sowie die Koinzidenz der Grundthemen mit denen der Zwölften- undFrühlingsmaskierungen.19 Während Grégoire die Ausformung der Lieder bei denPaulikanern Kleinasiens im 9.- 11. Jahrhundert vermutet 20 und die übrige Forschungdahingehend übereinstimmt, daß das reinsprachige Epos aus den verschiedenen Liedernentstanden ist, 21 sieht K. Romaios in den Liedern viel ältere vorchristliche Ele-mente erhalten, die letztlich auf Formen der dionysischen Religion zurückgehen: Siescheinen ihm verformte, z. T. zersungene und historisch aktualisierte Begleitlieder diony-sischer Riten zu sein, die auch das Fundament für die griechische Tragödie abgaben.2215 Sich stützend vor allem auf Sathas/ Legrand, 1875 und M. Büdinger,Mittelgriechisches Epos, Leipzig 1866.

16 Kyriakidis, 1934: 11 ff.- Kyriakidis bringt drei Argumente vor: 1. Dersprachliche Zusammenhang von payudia und payoúde( Lied)( dazu Grysar, 1855; Sathas,1878:'; Krumbacher, 1902: 523 ff.; Cottas, 1931: 48 ff.; S. Manardu,Ἱστορία τῶν λέξεων τραγῳδῶ καὶ τραγῳδία( Αφιέρωμα εἰς Γ. Ν.Χατζιδάκιν) ᾿Αθῆναι 1921, σ. 15 έξ.2. Die byzantinische Bezeichnung für Lied" παραλογή und καταλογή( παρακαταλογὴ ist beiPlutarch im Sinne eines melodramatischen Vortrags erwähnt, xataléyw bedeutet bei Homer er-zählen mit Musikbegleitung; dazu Christ, 1875: 17 ff.). 3. Das Metrum des Dekapentasyl-labos verweise auf das antike Theater. Letztes Argument ist nicht weiter ausgeführt; das zweitewird von K. Romaios( 1968: 9 ff.) als unwesentlich angesehen.

17 Besonders 1964 c: 197 ff. und 1968.

18 1968: 19 ff., ᾿Αρμούρης ᾿Αρμουρόπουλος 1968: 38 ff., Μαυριανὸς καὶ ἀδελφὴ του1968: 98 ff., Τοῦ Νεκροῦ ἀδελφοῦ 1968: 135 ff., Τὸ τραγούδι της Αγίας Σοφίας 1968: 161 ff.19 Hier läßt sich am effektivsten die Biographie des Helden, wie sie das Akritas- Eposwiedergibt, mit dem Kalojeros- Dromenon vergleichen. Die gemeinsamen Elemente sind- nachK. Romaios folgende: die Wiedergeburt eines Kindes von Eltern aus verschiedenenReichen( Di- genes), seine übernatürliche Kraft und sein übermäßiges Wachstum, der Brautraubund die Hochzeit, die Blitzsiege über die Verwandten der Braut, Threnos der Braut, der Rück-zug aus den Kriegen, die Pflügung und der frühzeitige Tod. Mit Raglan( 1949) undGaster( 1950) trifft eine ähnliche Konzeption auf fast alle Mythen und Riten zu.

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20 H. Grégoire, O Ayevhs' Axpitas, New York 1942. Grégoire versucht, dieHelden der einzelnen Lieder sowie des Epos historisch zu identifizieren: So ist mit dem Epos-helden Atrevs Atoyevs coupμáxos ein höherer Offizier in den Sarazenenkämpfen gemeint, mitApéorns General Opéorns in Kappadokien, der 963 das Thema Mesopotamien gründete, mitKwvotavta Konstantin der V. der Araberkämpfer usw. Diese Thesen sind überaus schwer zubelegen und ebenso schwierig zu widerlegen.

21 Zum neuesten Forschungsstand Beck, 1971: 63 ff., in bezug auf K. Romaios, 95.22 Damit ist Kyriakidis' These von den Paralogien als orchestrische Vorstellungenvon Tragödienteilen zugleich vertieft und erweitert. Besonders beim Lied ,, Mavrianos und seineSchwester( K. Romaios, 1968: 98 ff.) wird die Analyse aussagedicht. K. Romaiosweist in dem Lied, das den Cymbeline- Stoff, die Ehrenprüfung der Frau bzw. die Wette derMänner und den Unschuldsbeweis zum Inhalt hat, szenische Struktur und harte Kerne einerTragödien- Hypothesis nach. Die Kriterien der dramaturgischen Technik, die er im Tragudinachweist, sind: szenische Präsentation der Handlung, Kollision der Protagonisten mit agonalemDialog, Verwendung einer Deus- ex- machina- Figur, Hybris und Anagnorisis. Ferner weist ernach, daß immer nur zwei Personen auf der Szene" sind, die Szenen wechseln abrupt ohne

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