gesteigerter kinetischer Aktivität( Verfolg- Spiel). Der Brauch ist in Mittelepirus behei-matet und beschränkt sich auf die Kinder von Viehzüchtern.
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1223) I. Zagoria( Gebiet nördlich von 150, 9 c). II. Frühling. III. Das Begräbnis des Za-firis wird von Gruppen von Mädchen beim Weiden der Schafe gespielt. Ein Mäd-chen wird ausgelost, den Zafiris darzustellen. Es legt sich rücklings ins Gras undspielt die Tote. Manchmal stellt sich auch ein Kind tot, doch gilt dies als schlech-tes Zeichen und man tut es nur, wenn es selbst es will. Das Mädchen wird mitBlättern und Blüten zugedeckt, dann setzen sich die anderen Mädchen rundherumund führen einen längeren Threnos aus( abgedruckt bei Petropulos, 1959:37). Er endet mit einer Aufforderung zum Aufstehen. Das Mädchen springt hochund jagt die anderen. Das Mädchen, das dasselbe erwischt, muß als nächstes denZafiris darstellen. Die Mädchen dürfen nicht über zwölf Jahre sein. Nach der,, Auferstehung" herrscht Gelächter und Freude, man singt Mai- und Frühlings-lieder. V. Sarros, 1900: 347 ff. VI. Im allgemeinen gilt Threnos und Inkor-poration eines Toten als schlechtes Vorzeichen und wird vermieden(- im Hin-blick auf den Karneval sei dem Autor hier widersprochen-). Der Brauch beziehtseine Existenz- Berechtigung aus seiner Funktion als Vorübung der Mädchen fürdas Threnos- Verhalten( dieser didaktische Aspekt dürfte aber sekundär sein). Imgleichen Raum finden wir Totendarstellungen auch bei Trinkgelagen der Bur-schen( ohne Epochenbeschränkung). Einer fällt tot um. Flöte und Klarinette be-trauern ihn. Andere spielen Mutter und Schwester, decken sein Gesicht zu, be-streuen ihn mit Blumen, schlagen sich die Brust und trauern. Die anderen stehenschweigend da. Nach etwa 15 Minuten wechselt die Melodie, der Tote springtauf und tanzt( Sarros, 1900: 347 ff.).
1225) I. Zagoria( Gebiet nördlich von 150, 9 c). II. Bis 1940, vielleicht auch schonfrüher verschwunden; in den heißen Mittagsstunden von 12 bis 16 Uhr; denganzen Frühling, solange es Blumen gibt, oder an Sonn- und Feiertagen im Mai,wenn nicht gestickt und gesponnen wird, oder jeden dritten Tag im Mai. III. Tod,Beweinung und Auferstehung des Zafiris gehört zu den bedeutendsten epiroti-schen Bräuchen des Tod/ Auferstehungs- Zyklus. Er wird von 12 bis 16jährigenMädchen( oder noch jüngeren) und kleineren Knaben gespielt. Die Brauchformhängt eng mit der Weidetechnik zusammen. Am Morgen brechen etwa 40 Mäd-chen und einige Knaben( nie älter als 10 bis 12 Jahre) und ein Alter( ,, Wäch-ter") mit den Ziegen zu einer fetten Weide auf. Die Viehzucht ist sonstintensiv( im Stall) und nur die milchlosen Ziegen werden ausgetrieben. DurchEnteignung schmilzt die Fremdweide immer mehr zusammen und die Truppe derumherziehenden Mädchen löst sich langsam auf. Sie war die Grundlage desBrauches, ebenso wie die Tatsache, daß jedes Mädchen nur 10 bis 15 Ziegen zuhüten hatte. Die Auflösung des Brauches ist also nicht nur dem Albanischen Kriegzuzuschreiben, sondern muß schon früher eingesetzt haben. Vor Beginn derHandlung müssen in der nahen Kapelle Kerzen und Öllichter entzündet werden.Die kleine Ikone, die Zafiris in Händen hält, muß sonntags in die Kirche gestelltwerden, damit sie geweiht wird. Neben der Darstellung durch ein Mädchenwurde Zafiris bis 1930 auch mit einer Puppe gespielt: Ein spannengroßes Holz-stück, das in der Kirche geweiht wird, wird mit Leinwand umwickelt; ein Stoffballdient als Kopf und wird mit Kohle bemalt; die Hände werden aus Leinwand ge-formt und mit einer roten Kordel über Kreuz gebunden. Über die Kleider wird einLeichentuch aus Leinen gezogen; beim Ankleiden der Puppe wird ein Lied gesun-gen. In der Zwischenzeit wird ein Grab aufgeworfen, eine Spanne lang und einebreit und ein Blumenkreuz auf dem Grund ausgelegt. Darauf kommt das Idol zu
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