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Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumserscheinungen im griechischen Jahreslauf und ihre Beziehungen zum Volkstheater : theaterwissenschaftlich-volkskundliche Querschnittstudien zur südbalkan-mediterranen Volkskultur
Entstehung
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nungen tragen auch die verschiedenen Jahresfeuer, 147 im onomastischen Konglomeratder Zwölften taucht auch der Name des Seelenfestes Povoália auf. 148 Der weißroteFaden der Schwalbenkalanda wird nach dem Monat März benannt. 149 Kóλλoẞa nenntman die Totengabe, die ähnlich wie die Panspermie der Alten zubereitet wird.150

Im Rückblick bleibt zu konstatieren, daß zu der schon festgestellten Verschiebbar-keit der Termine bei gleichbleibenden Inhalten und Strukturen noch die Vertauschbar-keit und Transportabilität der Namen nicht nur von Festdatum zu Festdatum, sondernauch innerhalb des Festrahmens tritt. Diese Metonymie, die sich auf Menschen, Objekteund Objektivationen, soweit sie eine Funktion im Sammelumzug innehaben, bezieht,scheint der Kontagiosität( Übertragbarkeit) jener Kraft" zu entsprechen, die währenddes Aktes konzentriert und umverteilt wird, die in verschiedenen Bedeutungsnuancen

dichte" des Bezugsraums der Festobjekte zeugen noch andere Beispiele: Eigene färbige Stöckewerden Aalapótola( 184 Thessalien) genannt( offenbar in Analogie zu den μαγιόξυλα),das geschmückte Kreuz auf einem Stock wird Aáčapo genannt, ebenso natürlich dieLazaruspuppe, aber selbst die gelben Blumen, mit denen der Eierkorb geschmückt ist, tragenseinen Namen: Aátapo in Farsala in Thessalien, Aáttapot werden die Wildmargeriten in 71( Pe-loponnes) genannt, vexpoloúlovda in der Provinz Ermionis im Peloponnes( gelb ist die Farbe desTodes; der Korb meint in diesen Fällen Lazarus' Grab).- Der Eierkorb wird xoup'váxt genannt( 100 in Festgriechenland), wenn er besonders groß ist povuáva( 284 in Thessalien). Diese Namens-form( poopáv= Dickicht) findet man auch als Bezeichnung für das geschmückte Kreuz( 108 inKleinasien, 286 in der europ. Türkei). Im Falle der organisierten Mädchengruppe besitzt auch derkräftige Bursch, der den Eierkorb trägt und die Mädchen beschützt eigene Bezeichnungen:vtaẞhapns( 119 im Peoloponnes; vtaßpavtu 3 bei Kräften sein), phaxths( 274 in Festgriechen-land; polaxths Wächter), xakabrápns( 59, 242 in Festgriechenland; der Korbträger), abyo-xpáropas( 184 in Thessalien; der Eierhalter"), xoolouάyyos( 184 in Thessalien; weil der die Hundeabwehrt).

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147 Tauála( 150 im Epirus), das Osterfeuer laμmpaxtày( Zypern), das Weihnachtsfeuerxλadaptà( 450 Makedonien), auch maléoxa( 57 Makedonien).

148 Die ,, Rosalien" werden gewöhnlich zwischen Ostern und Pfingsten gefeiert( meist Oster-montag oder Pfingstsamstag): Ostermontag( 310 Festgriechenland), im Mai( 391 Peloponnes). In156 in Makedonien werden die Zwölftenumgänge so benannt. Nach den im folgenden darzustel-lenden Verkleidungen heißen sie auch povyxátota( 261, 431 in Thrakien) oder pouyxatotápia( 201in Makedonien). Andere Bezeichnungen finden wir in Kappadokien( κουτζέρεμα, τοῦ Χριστοῦ6 llásxas für Weihnachten). Besonders das Theophaniefest trägt eigene Namen: Pura,Ολόφωτα, Αγιαση Γιορδανιού, der Vortag: τοῦ Ἁγιασμοῦ, τοῦ Σταυροῦ, Πρωτάγιαση( dazu Megas, 1951: 3, 84 ff.).

148 Μάρτης, in Serres μαρτινίκι. Μάρτ'ς wird auch das mit Stoffstücken umwickelteKreuz genannt( Lesbos).

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150 Der Name ist auch in Jugoslawien bekannt als koljivo( Schneeweis, 1935: 152).Aranca( 1968: 53) beschreibt die Zubereitung folgendermaßen: ,, Weizen, feiner Zucker, Rosi-nen, Korinthen, gestoßener Zwieback oder an Stelle dessen geröstetes Mehl oder Grieß, weißeMandeln oder Haselnüsse, die Kerne des Granatapfels, gehackte Petersilie, gemahlener Zimt, ge-röstete oder gestoßene Sesam- und Korianderkerne". Nach dem Gleichnis vom toten Weizenkorn( Joh. 12, 24) diene dieses Opfer der Fruchtbarkeit. Schmidt, 1871: 55 ff. beschreibt dieOpferspeise folgendermaßen:... in Wasser aufgekochte Weizenkörner, die aber in der Regelnoch mit einigen anderen Früchten oder sonstigen Erzeugnissen untermischt werden, wie nament-lich mit Rosinen, Granatapfelkernen, Mandeln, Nüssen, Kichererbsen Sesamkörner, kleinenFichtenzapfen..., Anis, Honig oder Manna; auch Zimmet und kleines Zuckerwerk wird biswei-len hinzu gefügt." Dieses Toten- und Dankopfer kommt bei Begräbnissen und religiösen Festenzur Anwendung, vorzüglich beim Seelenfest der povoálta. Schmidt( 1871: 59 ff.) setzt esals ,, hellenisches Fruchtopfer" der Panspermie der Antike gleich und fügt hinzu, daß das ur-sprüngliche Demeteropfer oder sonstige Opfer an eine agrare Gottheit zur Sicherung der Kar-pophorie und agraren Fertilität später an den, Panagiacultus" angeknüpft worden sei. Das sim-plifiziert aber die Tatsachen insofern, als die Totengabe für den Madonnenkult untypisch ist undden Seelenfesten angehört, seine These vom Weiterleben gewisser femininer Gottheiten des Alter-tums in der christlichen Gottesmutter einer solchen, eher unsicheren, Stütze entbehren kann.

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