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Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumserscheinungen im griechischen Jahreslauf und ihre Beziehungen zum Volkstheater : theaterwissenschaftlich-volkskundliche Querschnittstudien zur südbalkan-mediterranen Volkskultur
Entstehung
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liert auch die Umzugstätigkeit zahlenmäßig am Gründonnerstag und am Karfreitag: von61 Karwochenkalanda fallen 16 auf den Gründonnerstag, 41 auf den Karfreitag, nur 2auf den Montag und 1 auf den Mittwoch.

Das Osterfest selbst kennt solche alarmierende Umzüge nicht; die Festaktivität hatihren Höhepunkt erreicht. 104 In 3 Fällen wird am Ostermontag ein Kinder- oderMännerumzug mit einem Kreuz und einem mit violetten Blumen geschmückten Korberwähnt.105

Die Schwalbenkalanda am 1. März( Xeλdóvopa) kündigen sowohl die Heraufkunftdes Frühlings als auch das neue Jahr an. 106 Bis etwa zum Jahre 1920 kann man ihr Vor-kommen als panhellenisch bezeichnen. 107 Mit der Schwalbe, die herumgeführt und be-sungen wird, verbindet sich auch noch ein anderer Brauch: das Anbinden des Mápτns( März), eines weiß- roten Fadens an die Handgelenke( oder Finger) der Kinder oder andie Holzschwalbe selbst: Dieser Faden soll die noch blasse Haut vor den ersten sengen-den Strahlen der Märzsonne schützen. 108 Der Faden wird nach dem Erscheinen der erstenSchwalbe oder des ersten Storches abgenommen oder in der Auferstehungsnacht in derOsterkerze verbrannt.109

griffe in gewissen Stadien des Lehr- und Lernprozesses( Überblick, Stoffannäherung, Kategori-sierung usw.), genügen aber nicht den aletischen Ansprüchen der Wissenschaft auf dem Sektorder Forschung. In diesem Sinne sind Marienklage und Epitaphprozession zwar Einbruchs-stellen" liturgiefremden Gutes in das Offizium, können aber nicht ohne weiteres als auf die Kar-wochenkalandaumzüge zurückgehend" apostrophiert werden. Die Charakterisierung des Zu-sammenhangs bedarf in jedem Fall reflektierender Mediation-. Dieses Problem des Konnexesvon affinen Phänomenen in differenten Zeitschichten und Regionen wurde deshalb so breit ausge-führt, weil es im Gang der Darstellung zur Kritik mancher hypothetischer Konstruktionen unent-behrlich sein wird.

104 Nur in einem Fall( Nr. 398) sind Auferstehungskalanda am Karsamstag nachgewiesen.105 Nr. 602, 605, 611; Vlachu, 1959: 543 ff. Der Festname ist Povsálta oder táquo( Megas, 1951: 3, 113 f.). Auch der Samstag nach Ostern wird als Festtermin angegeben( Megas, 1956: 177). Megas führt es auf das altrömische Totenfest der Rosalien zurück.

106 Das römische Jahr beginnt mit dem 1. März( Spyridakis, 1967/68: 25 ff.; ders.,S. 49 fixiert die Dauer der Geltung bis 153 v. Chr., Kukules, 1948-55: B', 19 ff. bis 46 v.Chr. Dazu siehe auch: A. Müller. Die Neujahrsfeier im römischen Kaiserreich, Philologus 68,464). Der 1. März wird aber weiterhin während der ganzen byzantinischen Periode als Jahresbe-ginn weitergeführt und hat diese Bedeutung heute noch in machen Rückzugsgebieten( z. B. Tso-rek- kioi im Bezirk Edirne( 2 a); dazu Kukules, 1948-55: B', 19 ff.). Die Märzkalanda, dieauf der Insel Folegandros( 11 a) bis 1850 gesungen wurden, hatten, wie aus Vers 6 und 7 hervor-geht, noch die Bedeutung des Neujahrsliedes( Spyridakis, 1967/68: 25 ff.).

107 Spyridakis, 1967/68: 25 ff. Das ist vielleicht nicht so ganz wörtlich zu nehmen,wenn man bedenkt, daß eine solche Apostrophierung durchaus relativ bleibt und noch nichts überden Dichte- und Häufigkeitsgrad der Vorkommen aussagt. Die von Spyridakis( 1967/68:30) erstellte Verbreitungskarte zeigt deutlich einen Schwerpunkt der Häufigkeit in Ostmakedonien,was allerdings auch auf die Quellenlage zurückzuführen sein kann.

108 Kukules( 1948-55: B', 19 ff.) weist diesen Bindfaden schon für Byzanz im 15. Jahr-hundert nach und deutet seine Herkunft aus den Eleusinischen Mysterien. Der Hinweis geht aufPolitis, 1870-72 a: 354 ff. zurück, der darauf hinweist, daß die Mysten einen solchenFaden um die rechte Hand und den linken Fuß gebunden hatten( dazu auch Petrovits,1953: 134 f. und P. Zora in Kabnuepih 29. 2. 1952). Dieser rotweiße Faden ist auch sonst inganz Europa verbreitet( Politis, 1883: 190 f. mit Aufarbeitung der älteren Literatur; fürAlbanien Hahn, 1854: 1, 155 dort manák genannt, für Bulgarien, Jugoslawien, Italien,Rußland und Mitteleuropa Spyridakis, 1967/68: 25 ff. mit Aufarbeitung der neuerenLiteratur). Der Faden, der auch um den Hals gewickelt werden kann, gilt auch zur Abwehr vonKrankheiten. In Ostmakedonien wird er um die Holzschwalbe gewickelt und beim Umzug inStücken verteilt. Oder die Hausfrau wickelt den Faden um die Schwalbe, der Faden löst sichbeim Drehen derselben und sein Fall zeigt die Richtung an, aus der der Bräutigam für die Toch-ter des Hauses kommen wird( Spyridakis, 1967/68: 25 ff. mit Quellennachweis).

109 Spyridakis, 1967/68: 25 ff. Die Amalgamierung mit den Kalanda des Osterzyklusist typisch: Heortologisch fallen die Schwalbenkalanda in die Osterquadragesima und schließensich manchmal einfach an die Lazarus- oder Karfreitagskalanda an. Auch die Bezeichnung

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