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Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumserscheinungen im griechischen Jahreslauf und ihre Beziehungen zum Volkstheater : theaterwissenschaftlich-volkskundliche Querschnittstudien zur südbalkan-mediterranen Volkskultur
Entstehung
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12-15 Jahren und beginnt, Text und Melodie der verschiedenen Lieder zu lernen.Das erste Paar verfügt über die besseren Singstimmen. In der letzten Woche wirdder Korbträger( xalatians) unter den Burschen des Dorfes ausgewählt. Er mußetwa gleichaltrig und darf kein Bruder eines der Mädchen sein. Seine Aufgabensind, den Korb zu tragen, die Eier einzusammeln, in die Häuser hineinzurufen, wosie singen wollen, die Mädchen mit einem großen Stock vor Hunden zu schützen.Mit ihm wird ein Vertrag geschlossen und sein Anteil an den Eiern festgelegt. AmVortag, Donnerstag, versammelt man sich im Haus eines der Mädchen. Mansammelt Blumen und blütentragende Zweige, die allerdings von fruchttragendenBäumen stammen müssen, sortiert sie nach Farben und bindet sie zu einfärbigenBünden, die außen rundum am Korb befestigt werden, so daß nur der Handgrifffreibleibt. Man legt die Reihenfolge der Häuser fest; alle schlafen im genanntenHaus. Im Morgengrauen ziehen sie los, voran der Korbträger. Es besteht die Ab-sicht, bei möglichst vielen Häusern die erste Gruppe zu sein. Heute geht allerdingsnur mehr eine Gruppe. Man beginnt bei den fremden Familien, das erste Hauswird nach Kriterien der Gebefreudigkeit ausgewählt. Der xalatiάpns fragt, obdie Mädchen die Kalanda sagen" dürfen. Bei positiver Antwort treten sie einund begeben sich in den, Winterraum( Xeváτixo). Der Korbträger setzt sichsofort mit gekreuzten Beinen nieder, denn wenn er sich nicht setzt, dann setzt sichauch die Henne nicht auf die Eier. Die Mädchen bleiben aufrecht und postierensich halbkreisförmig um die Herdstelle, wo auch die Hausfrau steht.

σαλούλα

γωνιά

H

K

A

B

C

χειμωνιάτικοκαμαρούλα

κάμαρη( ὀντάς)

Fig. 4

H= Hausfrauγωνιά= FeuerstelleA B 1. MädchenpaarC D= 2. Mädchenpaar

K= Korbträger( sitzend)χειμωνιάτικο- ,, Winterraum"σαλούλα Ξ Vorraum ,,, Salon"καμαρούλα= Kämmerchenκάμαρη( οντὰς)= Zimmer

Zuerst werden die Lazaruslieder, dann die Lieder auf das Haus, zuletzt die Spe-ziallieder auf die Hausbewohner gesungen. Der Wechselgesang der beiden Paare istin seiner Abfolge ohne Pause, denn jede Unterbrechung bedeutet Unheil. Nur dieHausfrau ist zu Hause und erwartet den Besuch der Gruppe. Kommen mehrereGruppen, so läßt sie nur eine singen, gibt aber allen Geschenke. Speziallieder( nacheiner Einleitung): Reichtum des Hausherrn, Sohn in der Fremde, Kinderreichtum;Jungvermählte, verlobtes Mädchen, verlobter Bursch, unverheiratete Frau, unver-heirateter Mann, Schriftkundiger, Schüler, Kleinkind; Pfarrer, Lehrer. IV. Apfel,Feigen, Geld, Eier. V. Furlas, 1962: 11 ff.

565) Lzk. I. Livadia( 265, 4 c). II. Palmsamstag 1954. III. Kleine Mädchen mit ge-schmückten Körben, oft von Müttern begleitet, singen das Lazaruslied. V. Ar-nott, 1956: 262 f. VI. Dieses Lied wird nur vor befreundeten Häusern gesun-gen, denn man glaubt, daß die Wundertat Christi, Lazarus von den Toten aufzu-erwecken, eine freundschaftliche Geste war, und deshalb muß dieser Tag den Be-freundeten gewidmet werden. Desgleichen singen nur Mädchen diese Lieder, dennLazarus hatte nur Schwestern."

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