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Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumserscheinungen im griechischen Jahreslauf und ihre Beziehungen zum Volkstheater : theaterwissenschaftlich-volkskundliche Querschnittstudien zur südbalkan-mediterranen Volkskultur
Entstehung
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474) Njk. I. Lavara( 261, 12 a). II. Festtag früh. III. Kinder im Alter von sieben biszwölf Jahren rufen auf der Treppe des Hauses coupẞa tix tíx. 30 In der rechtenHand halten sie einen Stock aus Quitten- oder Weidenholz mit einer Verknotungam unteren Ende( vrouμoórot). IV. In der linken Hand haben sie einen Spieß vonca. 60 cm Länge, auf den ungebratene Fleischstücke aufgesteckt werden. Sie be-kommen auch Hülsenfrüchte. V. Hs 2343: 300.

475) Wnk. I. Damaskinia( 105, 8 g). II. Christnacht. III. Am Abend beginnen die Kin-der( xoliavtápta) die Vorbereitungen. Sie sammeln sich in der Schule, jeder miteiner τζομπανίκα( kräftiger Stock) mit einer Verknotung unten( στοῦμπο) 31 zumAn- die- Türen- Schlagen. Unter Glockengeläute ziehen sie um Mitternacht los. AlsAnkündigungslied singen sie das Kaλy ésnéрav..., dann das übliche Weihnachts-lied. Auch Koooktavta- Rufe sind zu hören. Nach dem Umzug löst sich die Gruppeam Hauptplatz auf. V. Hs 2442: 108 f.

477) Wnk. I. Furna( 395, 4 e). II. Vortag ab drei bis vier Uhr früh. III. Kinder, warmgekleidet, mit einem kräftigen Stock( μatooóxia) aus Kornelkirschholz gegen dieHunde versehen, gehen in Gruppen und singen das Christ- Geburts- Lied. Die Haus-frauen lassen die Türen offen, wenn sie die Kalanda hören wollen, die Kindertreten ein und singen. Ist die Tür verschlossen, ziehen sie gleich weiter. IV. Geld-sammlung durch den Kassier der Gruppe. V. Hs 1453/1971: 29 f.

482) Thk. I. Nordeuböa( 4 d). II. Vorabend, Festtag, und oft auch am 7. I. III. Bur-schen in Gruppen zu fünf bis zehn Mitgliedern, einem Führer und ein bis zweiKassieren singen Kalanda und Speziallieder( Kriterien: Familienzusammensetzung,Beruf des Hausherrn) in allen Häusern und Nachbardörfern, auch nachts. ZumWandern und zur Abwehr der Hunde führen sie dicke Stöcke mit sich. Der An-führer schlägt mit dem Stock an die Tür, wenn beim zweiten Klopfen nicht ge-öffnet wird, ziehen sie weiter. Wird geöffnet, so fragen sie zuerst um Singerlaub-nis. Bei positiver Antwort singen sie einige Speziallieder: Bauer, Hausfrau, ver-lobter Sohn, Neuvermählte, Hirt, Familienmitglied in der Fremde, einziger Sohn,kleine Tochter, schreibkundiger Sohn, der in der Kirche vorsingt, jungverheirateterDorfherr( Türkenzeit) oder Priester, Tochter des Dorfherrn oder Priesters, rume-liotischer Händler, moraitischer Händler. Die letztgenannten Speziallieder sindsonst nirgendwo in Griechenland zu hören. IV. Festbrot( xovloópa), Wurst,Fleisch, Feigen, Nüsse, Weintrauben, Hühner, Eier usw., selten Geld. Am Endewird ein tapétɩ, ein gemeinsames Festmahl mit Sang und Tanz abgehalten, dasoft auch alle Gruppen gemeinsam veranstalten. V. Afentras, 1963: 224 ff.483) Wnk. I. Siatista( 450, 8 g). II. Vorabend bis Festtag. III. Am Vortag sammeln dieKinder Zweige, am Abend wird ein großes Feuer( xλadaptà) in Anwesenheit desganzen Dorfes abgebrannt, beim Herabbrennen desselben beginnt man darüberzu-springen. Dann beginnen sich die Kinder für den Umzug vorzubereiten. Sie halteneinen Holzstock von 50-70 cm Länge mit einem kugelförmigen Kopf an einemEnde( pétos). 32 Diese topάxa besteht aus dem Wurzelholz eines Baumes, wirdviele Tage ins Wasser gelegt, damit sie richtig hart wird, um beim Schlagen derHaustüren nicht zu zerbrechen. Im Morgengrauen beginnen die Kinder mit demUmzug. Nach dem Klopfen kommt die Hausfrau heraus und hört sich die ver-schiedenen Speziallieder an. Diese Lieder sind zwar verschiedenen Inhalts, werdenaber immer mit der gleichen Melodie vorgetragen. Beim Zusammentreffen zweierKalandagruppen kommt es zu Zusammenstößen. IV. In einem kleinen Sack, den

30 Vgl. Fallstudie Nr. 49, wo ein ähnlicher Ruf ,, Fleisch" bedeutet.

31 6 stoбμлos ist ein Holzstrunk oder ein großer Stein.

32 ρόζος

=

Holzknorren, Handschwiele, Hühnerauge.

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